
Unkaputtbar, allen Widrigkeiten trotzend, stets tight, groovy und immer mit leicht neuem Twist stehen HATESPHERE seit fast 30 Jahren für heavy Sounds aus Dänemark. Zwischen Thrash, Death und Core-Elementen beweisen die Herren rund um Mastermind Esben „Pepe“ Lyse Hansen auch 2026 ihre Qualität.
Auch das zwölfte Werk „Guillotine“ zeigt, dass man hier mühelos Köpfe abschraubt, auch abseits der nicht mehr zugelassenen Hinrichtungswerkzeuge, dessen letzter Einsatz 1977 war und – „Fun“fact“ – einst niemand geringeres als Christopher Lee damals in Frankreich persönlich noch beiwohnte.
Trotz zahlreicher Besetzungs- und vor allem Sängerwechsel überzeugte Pepe stets mit seinem Sound, der weder von der BayArea, noch vom Ruhrpott großartig beeinflusst ist, dank hartem, groovenden und oftmals düsteren Sound. Zuletzt brüllte Esben „Esse“ Hansen, der einen gewissen Core-Twist in den Sound brachte, der für das zuletzt veröffentlichte Werk aber durch den weniger bekannten Brüllwürfel Mathias Uldall ersetzt wurde. Auf „Hatred Reborn“ zeigte der Mann aber mit einem giftigen Organ, das eher in Richtung Tompa Lindberg schielt, dass er der richtige Mann für den Job ist.
Die „Guillotine“ ist hart, schnell und groovt an allen Ecken, doch bringt man neben Highspeed-Thrash-Gebolze auch wieder mehr düstere Vibes mit, man nimmt das Tempo gerne auch mal raus, so dass man sich schon fast in kruden doomigen Gefilden wähnt, nur um durch die Wutattacken den nötigen Kontrast zu erschaffen. So hat man auch im Sound wieder das Stockholm-Syndrom für sich entdeckt und wählte das Thema Moralkompass als passende Umrahmung.
Wer HATESPHERE bisher mochte wird auch „Guillotine“ lieben, denn das straighte aber doch abwechslungsreiche wie messerscharfe Thrash-Feuerwerk stählt den Nacken einmal mehr im Nu.
Autor: Max Wollersberger
Tracklist „Guillotine„:
1. Chapter XII
2. Dogma
3. Guillotine
4. Morbid
5. Cleansing
6. Snake Charmer
7. Mouth Filled With Barbed Wire
8. Bottom Feeder
9. Human Scum
10. Heresy
Gesamtspielzeit: 38:42
