
Der überaus sympathische und ebenso charismatische Benji Webbe ist mit seiner Groove-Monster-Crossover Truppe SKINDRED zurück und bleibt mit dem nun neunten Album in mehr als 28 Jahre seiner Linie treu.
Ein wunderbarer Mix aus Metal, Reggea, Ragga, Rap und dementsprechend sonnigen Vibes, aber auch tiefgründigen Sounds und Lyrics erwartete einen auch auf „You Got This“, dass zunächst recht straight startet und erst im späteren Verlauf mehr Experimente zulässt.
Hierfür wollte man kompakte und direkter klingen: Soll heißen: brachiale Riffs, tighte Beats, aber auch zahlreiche Hooks und weitere eingängige Elemente forcrieren. Soll aber nicht heißen, dass SKINDRED nicht weiterhin überaus kreativ tönen, bringt man Dancehall-Vibes und Soundclash-Elemente mit.
Nicht nur, dass Benji live sofort seine gute Laune und Energie auf die Fans überträgt und überaus ansteckend sein kann, auch auf den Platten hört und spürt man seine unbändige Power. Fetter 90s Metal mit quietschenden Soundelementen, Synthies, die die groovigen Riffs einrahmen und sehr tighter Vocallines begrüßen beim Opener und Titeltrack und sofort ist man im SKINDRED Sound gefangen. Die unvergleichliche Gesangsakrobatik von Stimmbandakrobat Benji ist auch hier wieder Trumpf. Nach diesem Adrenaline-Kick wird es in „Can I Get A“ gleich funky. Sommerliche Akustikgitarren, weibliche Vocalschnippsel und das immerwiederkehrede „Can I get a whoop whoop“ wird live sicher ein Spaß, ehe es wieder heavy wird und man dem unvergleichlichen Alternativesound der späten 90er in „Born De Fis“ konfrontiert wird. Auch hier gibt es wieder Cheerleader-artige Shouts im Hintergrund, während sich der Fronter mit rauer Stimme und immer wieder eingestreuten Hype-Calls austobt. Der Sound ist groß, es wird auch hymnisch und der Grammy prämierte Jay Ruston, der auch schon mit Corey Taylor arbeitet, ist perfekt ausbalanciert.
Bei „Broke“ entführen die fünf Walisern auf einen Strand in Jamaica und man hört schon bei den ersten Worten Webbe’s Grinsen beim Einsingen heraus. Mit sonniger Akustikgitarre und Brass-Instrumenten ist die Stimmung perfekt eingefangen und auch das etwas düsterer gehaltene „Glass“ bietet zunächst ein ähnliche Soundclash-Vibes, ehe der Refrain passoniert explodiert, um dann wieder runter zu holen. Aber keine Sorge, denn dazwischen gibt es immer wieder heavy Groove-Monster wie a „Big Em Up“, „My People“ oder „This Is The Sound“, die typische Trademarks mit neuen Ideen verbinden und auch mal an LIMP BIZKIT der 90er gemahnen.
Hier gibt es von SKINDRED wieder die Vollbedienung, direkt, aber auch kreativ und mit kleineren Überraschungen. Zwar wirkte der Vorgänger „Smile“ nachdenklicher und tiefgründiger, doch die Mischung macht es und so werden die Tracks von „You Got This“ das Set mühelos aufpeppen und wieder explosive Live-Shows garantieren. Benji und seine Jungs haben wieder mal alles richtiggemacht.
Autor: Max Wollersberger
Tracklist „You Got This“:
1.You Got This
2. Can I Get A
3. Born Fe Dis
4. This Is The Sound
5. Broke
6. Glass
7. Big ‘Em Up
8. Do It Like This
9. My People
10. Give Thanks
Gesamtspielzeit: 33:35
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