DESTRAGE - Are You Kidding Me? No
DESTRAGE
Are You Kidding Me? Nol
(Mathcore | Djent)

 


Label: Metal Blade
Format: (LP)

Release: 2014


Freunde des Mathcore aufgepasst, bei DESTRAGE geht es so richtig rund. Die Mailänder ziehen alle Register des Genres und mixen Metalcore, Trance, Ambient, Metal und eine Prise Pop zu einem aberwitzigen und energiereichen Musik-Cocktail, der enorm Spaß machen kann.

Die Italiener schaffen es sogar im Gegensatz zu den letzten THE DILLINGER ESCAPE-Alben großteils sofort zu zünden ohne eine Einarbeitungszeit von vier-fünf Durchläufen. Grund dafür sind die teils sehr eingängigen Vocals von Frontmann Paolo Colavolpe, der eine enorme Stimmbrandbreite präsentiert und sowohl in den cleanen Parts als auch den zahlreichen Screams überzeugt, teils aber auch an der Melodienviefalt, die sowohl von den Gitarren als auch aus dem Computer stammt. Schon der Opener „Destroy Create Transform Sublimate“ bietet eine enorme Reichweite an Melodien und Genreübergriffen. Wüstes Fingertabbing, Breakdowns, aggressive Speedattacken und eingängige Passagen treffen hier pausenlos aufeinander, während der Schluss des Songs mit großer Dramaturgie und Drum´n´Bass bzw. vielmehr Jungle-Beats überrascht. Und scheiße ja! Die Kombination klingt geil!

„Purania“ kommt zu Beginn gleich mit Ambient-Elementen und elektronischen Beats daher, schwankt aber schnell zum Hassbatzen um, nur um dann einen eingängigen, fast poppigen Modern Metal-Refrain zu präsentieren. Bei DESTRAGE´s „Are You Kindding Me? No“ geht es Schlag auf Schlag, hier kämpfen die verschiendenen Musikstile fast um die Vorherrschaft, doch nur selten nimmt irgendetwas die Überhand, denn es hält sich alles schön die Waage, wird aber definitiv vom Core geführt.

Vielleicht haben DESTRAGE nicht ganz die unglaubliche Genauigkeit von TDEP, das progressive Gespür wie PERIPHERY oder die Konsequenz wie Metalcore-Speerspitzen wie MAROON oder NEAERA, doch genau die Mischung aus all dem und viel mehr macht die Italiener zu etwas Einzigartigem in dem noch lange nicht verbrauchten Genre des Post-, Math-, Pre-, Prog- Wasweißichalles-core. Doch es muss nicht immer so verrückt zugehen, denn das gelungene „Where The Things Have No Colour“ kann durchaus als geradlinig bezeichnet werden und verzichtet komplett auf die Math-Anteile und Screams.

Der Wahnsinn und das Genie, das hier Hand in Hand gehen, ist wahrlich nur schwer in Worte zu fassen, darum sollten experimentierfreudige Metalheads, denen etwas Hektik nicht viel ausmacht, hier mal ein paar Durchläufe ausprobieren. Was DESTRAGE auf „Are You Kidding Me? No“ aufführen, macht einfach enorm Spaß und lässt einen nicht nur einmal die Kinnlade vor Überraschung runterklappen.

 


Tracklist “Are You Kidding Me? No”:
1. Destroy Create Transform Sublimate
2. Purania
3. My Green Neighbour
4. Hosts, Rifles & Coke
5. G.o.d.
6. Where The Things Have No Colour
7. Waterpar Bachelorette
8. Before, After And All Around
9. Obedience
10. Are You Kindding Me? No
Gesamtspielzeit: 49:25

 


Band-Links:

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DESTRAGE – Are You Kidding Me? No
8.5
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