
„Fire“, das neue Studio-Brett der Schweizer Hard-Rock-Maschine VOLTAGE ARC kommt, und es kommt mit Volldampf. Seit meinen ersten Begegnungen mit ihrem rotzigen, unpolierten Spirit verfolge ich die Jungs nun schon und wie sich Frontmann Toni, Gitarren-Maniac Merlin, Tiefton-Spezialist Moritz und Schlagzeug-Drescher Timon von ihren wilden Anfängen bis auf die großen Festivalbühnen hochgeprügelt haben, ist pure Hingabe zum echten Rock’n’Roll.
Mit „Fire“, welches am 28.August, via Dr. Music Promotion erscheint, entfesselt das Quartett jetzt ein brachiales Sound-Monster, das von der ersten Sekunde an saftig im Gehörgang zündet. Schon das stimmungsvolle Intro baut eine bedrohliche, knisternde Spannung auf, ehe der Opener „Hard Way“ wie ein abgetakeltes V8-Triebwerk explodiert; Hier ballern uns VOLTAGE ARC fett drückende, schnörkellose Gitarren-Riffs um die Ohren, die Skalpell scharf geschnitten sind und ehrfürchtig vor Legenden wie KROKUS oder AIRBOURNE salutieren. Der Bass pumpt tief in der Magengrube, die Drums kicken unbarmherzig nach vorne, ein Einstand wie ein Kniebrett. Der darauffolgende Track „Hangman“ hält dieses halsbrecherische Niveau mühelos, verdichtet die Wand aus Verzerrung und macht unmissverständlich klar, dass die Schweizer keine Gefangenen machen.
Mit „That Night“ schlagen sie dann die Brücke zwischen epischem Rock-Melodie-Gespür und ungebündelter Energie. Was tief und melancholisch anrollt, schraubt sich durch Tonis raue, charismatische Vocals und vielschichtige Riff-Schichten zu einem hochoktanigen Killertrack hoch. Klingt wie die Bastard-Tochter aus BLACK DIAMONDS und THE NEW ROSES, denn es riecht nach verbranntem Gummi, Freiheit und heißen Sommernächten. So wie wir es damals eben genossen; Anlage auf Anschlag, Fenster runter und der Wind pfeift im Takt. Der gigantische Titelsong „Fire“ schüttet anschließend flüssiges Dynamit ins Feuer. Hier zeigt sich die schiere Brillianz der Produktion: Glasklar getrennte Frequenzen, eine Snareschlag-Präzision wie ein Peitschenhieb und Merlins Gitarrensoli, die sich kreischend in den Himmel bohren.
Mit „Let’s Rock“ folgt die nächste Episode, ein gigantischer Mitgröl-Garant mit stampfendem Beat und eingängiger Hookline, der förmlich danach schreit, auf schweißgebadeten Open-Airs aus tausenden Kehlen gebrüllt zu werden. Doch VOLTAGE ARC können nicht nur Vollgas. Im mächtigen Halftempo-Groove von „Higher“ nimmt die Band zwar das Tempo raus, packt dafür aber die ganz schwere Sound-Keule aus. Moritz’s dröhnender Bass und Timons’ tonnenschweres Drumming walzen alles platt und beweisen, wie viel musikalische Dynamik und Reife in dieser Truppe steckt. „Blood“ schließt nahtlos an diese massive Tonwand an und drückt mit schmutzigem Drive und unerschütterlicher Konstanz direkt ins Gehirn.
Dass die Jungs den alten Spirit im Blut haben, beweist „Dirty Dirty“, denn hier wird der Sound noch einen Tacken runder, rauer und bekommt durch den absolut genial platzierten Cowbell-Einsatz diesen wunderbar nostalgischen 80s-Hard-Rock-Dreck verpasst. Die nachfolgenden Stücke feuern mit breiten Riff-Teppichen, vielstimmigen Refrains und schneidenden Licks aus allen Rohren, allen voran „Shot“, das als nackter, ungeschminkter Nackenbrecher die Haare fliegen lässt. Kurz vor dem Zieleinlauf wartet mit „Dopamine“ noch eine echte Hymnische, klassische Riff-Strukturen beschwören die glorreichen Zeiten von SLADE und THE SWEET herauf, ohne auch nur eine Sekunde altbacken zu wirken. Den krönenden Abschluss feiert die Scheibe schließlich mit „Life Lover“, einem ausgelassenen, hochprozentigen Party-Rocker, der den Hörer mit kochendem Blut, einem fetten Grinsen und purem Adrenalin entlässt.
Was sich über die „Stationen Rebels“ (2021), „In Your Face“ (2022) und „Sextasy“ (2024) organisch entwickelt hat, entlädt sich auf „Fire“ in einer perfekten Eruption. VOLTAGE ARC klingen gereifter, gefährlicher, ehrlicher und druckvoller als je zuvor. Keine Lückenbüßer, keine Experimente, einfach nur Vollgas!
Autorin: Bianca Ully
Tracklist „Fire“:
1.Intro
2.Hard Way
3.Hangman
4.That Night
5.Fire
6.Let’s Rock
7.Higher
8.Blood
9.Dirty Dirty
10.Way Back Home
11.Finally Free
12.Shot
13.Dopamine
14.Life Lover
Gesamtspielzeit: –
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