AMORAL - In Sequence
AMORAL
In Sequence
(Power Metal | Melodic Death Metal)

 


Label: G-Records
Format: (LP)

Release: 2016


Kaum eine Band hat einen so drastischen Wandel druchgemacht wie die Finnen von AMORAL. Gestartet als technische Death Metal-Band („Wound Creation“) wurden die Nordmänner von Album zu Album immer melodischer („Decrowning“ und „Reptile Ride“), bis man sich gänzlich vom Todesblei abwand und in Richtung Power Metal schielte („Show Your Colors“). Doch eines blieb stehts erhalten: die technische Raffinesse und das qualitativ hochwertige Songwriting. Einige Alben später halten wir mit „In Sequence“ das bereits siebte Werk von AMORAL in Händen.

Der Wechsel des Stils passierte 2008 nicht zufällig, denn damals ersetzte man Frontmann Matti Pitkänen durch Ari Koivunen, der seitdem der Musik von AMORAL seinen Stempel aufdrückt und mit samtweicher Stimme durch die Songs führt. Manch kraftvolle Vocals lässt er dennoch vom Stapel, während man immer wieder einige Shouts einstreut.

„In Sequence“ beginnt mit einem überlangen Epilog, der vom Feeling her schon fast DEVIN TOWNSEND-Ausmaße annimmt und perfekt in das Album einstimmt. „Rude Awakening“ wird seinem Namen im Anschluss zwar nicht ganz gereicht, doch DREAM THEATER-Riffs paaren sich mit weiteren progressiven Anleihen, verspielten Leads und einigen Shouts. AMORAL zeigen sich hier stellvertretend für das Album bereits von ihrer vielschichtigsten Seite. Nur ein Song bleibt unter der 6-Minuten Marke und die Finnen bieten einiges, das es zu entdecken gilt. Dennoch werden schon schnell eingängige Parts und Vocals entdeckt, so dass „In Sequence“ trotz seiner Komplexität schnell zündet und Lust auf mehr macht. Aber auch für Abwechslung ist gesorgt, denn „The Betrayal“ bietet orientalisches Flair und bombastische Momente, während „Sounds Of Home“ als ganz eigenwillige Ballade in Erscheinung tritt. Etwas heavier, aber wieder in Richtung DREAM THEATER und auch SYMPHONY X schielend bietet man in „The Next On To Go“ wieder grandiose Riffarbeit und einen Sound zum Eintauchen. Zudem gibt es mit „From The Beginning (The Note Part 2)“ noch einen Longtrack, der nochmal alle Geschütze auffährt und auch vor längeren Instrumentalparts nicht zurückschreckt.

Wer AMORAL nach dem Sängerwechsel den Rücken gekehrt hat und sich nach dem Death Metal der Anfangstage sehnt, der wird auch mit „In Sequence“ keine Freude haben. Wer jedoch auf anspruchsvollen Melodic Progressive Metal steht, wird mit „In Sequence“ seine Freude haben und eine gute Stunde auf hohem Niveau unterhalten.

 

 


Tracklist „In Sequence“:
1. Leave Your Dead Behind
2. Nervasion
3. Hang Me High
4. Mute
5. Few And Far Between
6. Snake Skin Saddle
7. D-drop Bop
8. Apocalyptic Sci-fi Fun
9. Pusher
Gesamtspielzeit:

 


Band-Links:

amoral reptile ride

 

 


AMORAL - Reptile Ride
AMORAL – In Sequence
7.5
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