six feet under -next to die
SIX FEET UNDER
Next To Die
(Death Metal)

 


Label: Metal Blade Records
Format: (LP)

Release:  24.04.2026


Zu sagen, dass Chris Barnes und SIX FEET UNDER als “kontrovers“ zu betrachten sind, greift wohl zu kurz. Legenden hin, CANNIBAL CORPSE Mitbegründer her, der Output der Florida Kapelle der letzten knapp zehn Jahre ist schlichtweg als traurig einzustufen und steht in keinerlei Relation zur Selbstwahrnehmung eines gewissen Frontmannes. Eher unflätige Äußerungen zu nicht so wohlwollenden Reviews tun dann noch ihr Übriges, um das Bild einer der Mitbegründer des amerikanischen Death Metals endgültig verblassen zu lassen.

„Next To Die“ ist nun der weiter voranschreitende musikalische Niedergang der Truppe um Chris Barnes. SIX FEET UNDER stecken irgendwo in ihrer eigenen Vergangenheit fest und versuchen krampfhaft die alten, damals auch funktionierenden, Tugenden am Leben zu erhalten und werden so eher zu einer Persiflage ihres Vermächtnisses.

Auf zwölf Songs treibt das Florida Quintett zwischen Mid- und Up-Tempo Songs herum. Vor allem die Stücke im langsameren Bereich, „Approach Your Grave“, „Wrath And Terror Takes Command“ oder „Skin Coffins“ sind erschreckend belanglos und das Riffing ist banal, dass einem die Spucke wegbleibt. Jack Owen ist wahrlich kein Unbekannter der Death Metal Szene Amerikas und man wundert sich nicht nur einmal, ob dies seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird.

Waren SIX FEET UNDER zu Beginn ihrer Karriere als Groove Monster der Szene bekannt, ist dies seit mehreren Alben nur mehr eine Umschreibung für repetitive Songstrukturen. Die Tracks sind durchwegs zu lange und ermüdend. Wenn das Tempo einmal anzieht und tatsächlich einmal etwas Groove einzieht wie in „Destroyed Remains“ oder „Mutilated Corpse In The Woods“, folgt plötzlich ein komplett unnötiger Break und der Song kippt wieder in das unsägliche langsame Segment mit unfassbar ermüdender Langweiligkeit.

Neben der teilweise songwriterischen Belanglosigkeit ist Barnes Stimme der große Elefant im Raum. Da scheint wirklich nichts mehr von früherer Brutalität übrig zu sein, und die Vocals kommen einfach flach sowie druck- und emotionslos aus den Boxen. Man muss nicht einmal Desinteresse unterstellen, sondern es scheint, dass nach bald 40 Jahren im Business einfach keine Luft mehr im Kessel ist und nicht mehr möglich macht. „Next To Die“ wie auch den Vorgängeralben schadet dies massiv.

Und dann ist da wieder der Closer und man fragt sich, was Barnes und Owens hier reitet. Auf dem Vorgänger war das NAZARETH Cover von „Hair Of The Dog“ schon über der Grenze zum Slapstick, ist es auf „Next To Die“ eine Nu Metal angehauchte Nummer mit geflüsterten Passagen. „Ill Wishes“ ist tatsächlich, wenn auch kaum erklärbar, eine SIX FEET UNDER Nummer, aber leider so wie das ganze Album, ein weiteres Zeichen der Selbstdemontage einer Legende.

Autor*in: Michael Wimmer


Tracklist „Next To Die“:
1. Approach Your Grave
2. Destroyed Remains
3. Mister Blood And Guts
4. Mutilated Corpse In The Woods
5. Unmistakable Smell Of Death
6. Wrath And Terror Takes Command
7. Skin Coffins
8. Mind Hell
9. Naked And Dismembered
10. Grasped From Beyond
11. Next To Die
12. Ill Wishes
Gesamtspielzeit: 45:56


Band-Links:

six feet under - ascension

 

 

 

six feet under -next to die
SIX FEET UNDER – Next To Die
LineUp:
Chris Barnes (Vocals)
Ray Suhy (Guitars)
Jack Owen (Guitars)
Jeff Hughell (Bass)
Marco Pitruzzella (Drums)
4
Share on: