
The End Is Not The End
(Metalcore | Modern Metal)
Label: Spinefarm Records
Format: (LP)
Release: 24.04.2026
ATREYU gehört wohl zu den prägenden Bands der Metalcore-Welle der frühen 2000er – eine Zeit, in der sich Screams, Melodien und eingängige Refrains neu miteinander vermischten. Ende der 90er entsteht die Band in Orange County – zunächst noch unter dem Namen RETRIBUTION. Schnell wird klar, dass sie mehr wollen als reinen Hardcore. 1998/99 änderte die Band ihren Namen in ATREYU um. Eine Figur aus dem Film; Die unendliche Geschichte. Sie wollten damit einen einprägsamen und einzigartigen Namen. Noch dazu gab es andere Band mit ähnlichem Namen wie RETRIBUTION, was auf lange Frist hin problematisch hätte werden können. Also kurz gesagt; Bevor ATREYU überhaupt bekannt wurden, waren sie schon ATREYU.
Seit ihrer Gründung um die Jahrtausendwende hat die Band stets der Drang nach Ausdruck und Gemeinschaft angetrieben. Dieser Weg führte sie von DIY-Anfängen zu großen Festivalbühnen wie dem Ozzfest, zu ausverkauften Tourneen und gemeinsamen Auftritten mit Bands wie LINKIN PARK, SLIPKNOT oder BRING ME THE HORIZON.
Mit Ihrem Debüt Album „Suicide Notes And Butterfly Kisses“ (2002) liefern sie einen Sound, der damals genau den Nerv trifft: harte Screams treffen auf überraschend melodische Refrains. Das war zu dieser Zeit noch nicht selbstverständlich. ATREYU gehörten daher zu den Bands, die diesen Stil überhaupt erst massentauglich machten.
Dann kommt der Moment, der alles verändert. „The Curse“ (2004) trifft die Szene mit voller Wucht. ATREYU sind plötzlich nicht mehr nur Teil der Bewegung; sie stehen im Zentrum. Die Songs laufen im Fernsehen, die Hallen werden größer, und ihre Kombination aus Härte und Eingängigkeit wird zum Markenzeichen einer ganzen Generation von Metalcore-Bands. Danach folgen „A Death-Grip On Yesterday (2006)“.
„Lead Sails Paper Anchor“ (2007) war eine Überraschung für viele: weniger Screams, mehr klare Gesang Lines. Hard Rock and Alternative war vorwigend der Einflussgeber für das Album. Doch so wie ich es in einer Band sehr schätze; Sie gingen ihren Weg auch wenn es den Bruch mit einigen Fans bedeutete.2011 wird es still um ATREYU – die Band zieht sich zurück, erschöpft vom ständigen Touren und dem wachsenden Druck. 2011 wird es ruhig um ATREYU – die Band nimmt sich eine Auszeit nach Jahren voller Druck und Touren.
2011 wird es still um ATREYU. Nach Jahren auf Tour, zwischen Erwartungsdruck und Erschöpfung, zieht sich die Band zurück – kein lauter Bruch, sondern eher ein notwendiges Innehalten. Für viele fühlt es sich dennoch wie ein mögliches Ende an. Doch ATREYU verschwinden nicht. Als sie mit „Long Live“ (2015) zurückkehren, wirkt es wie ein bewusst gesetzter Neuanfang: härter, direkter, fokussierter – als hätten sie sich auf das besonnen, was sie einst ausgemacht hat.
Diese neu gewonnene Klarheit tragen sie weiter in „In Our Wake“ (2018), das ihren Sound um eine moderne, emotionalere Note erweitert. Dann kommt 2020 der wohl größte Einschnitt: Alex Varkatzas verlässt die Band. Eine prägende Stimme bricht weg, und erneut steht alles auf der Kippe. Doch statt daran zu zerbrechen, entscheiden sich ATREYU fürs Weitermachen.
Saller rückt stärker ins Zentrum, die Rollen verschieben sich, und mit „Baptize“ (2021) beginnt ein neues Kapitel – zugänglicher, moderner, aber getragen von dem Willen, sich immer wieder neu zu erfinden. Das Album The Beautiful Dark of Life aus dem Jahr 2023 wirkt wie ein offenes Tagebuch von Atreyu – roh, verletzlich und gleichzeitig voller Trotz. Anstatt es klassisch zu veröffentlichen, entstand es Stück für Stück in Form mehrerer EPs, fast so, als würde sich die Geschichte langsam vor den Hörern entfalten. Auch nach über zwei Jahrzehnten bleibt ihre Motivation unverändert. Eine große Jubiläumstour zu „The Curse“ im Jahr 2025 zeigte eindrucksvoll, dass es ihnen noch immer um das gleiche Gefühl geht wie am Anfang: gemeinsam Musik machen, Energie teilen, lebendig sein.
Und nun gibt und ATREYU erneut ein neues Stück ihrer Geschicht in form ihres neuen Albums „The End Is Not The End“. Mit diesem Album geht die Band noch einen Schritt weiter. Es ist ihr bislang härtestes und zugleich mutigstes Werk. Frontmann Brandon Saller beschreibt es als Rückbesinnung auf das, was ATREYU von Anfang an ausgemacht hat: ein Sound, der sich nie klar einordnen ließ – irgendwo zwischen Metal, Punk und Emotion, aber letztlich immer ganz eigen.
Mit „The End Is Not The End“ fühlt es sich an, als hätten ATREYU alles Überflüssige abgestreift und sich ganz auf das konzentriert, was sie wirklich ausmacht: ihren Sound. Dieses Album klingt direkter, roher und gleichzeitig mutiger als vieles zuvor. Die Songs drücken nach vorne, oft mit einer fast ungebremsten Wucht, und brechen dann plötzlich in große, offene Melodien auf. Genau dieses Wechselspiel macht die Platte so spannend – sie ist hart, ohne eindimensional zu sein, und emotional, ohne sich aufzudrängen. Man hört, dass hier keine Grenzen mehr existieren. Riffs dürfen schwer sein, Refrains dürfen tragen, und zwischendrin entstehen immer wieder Momente, die fast schon atmosphärisch wirken. Es ist dieses ständige Pendeln zwischen Druck und Weite, das dem Album seinen eigenen Charakter gibt.
Was besonders hängen bleibt, ist dieses Gefühl von Freiheit: Die Band klingt, als würde sie nichts mehr beweisen wollen – sondern einfach genau die Musik spielen, die sich richtig anfühlt. Und genau dadurch wirkt alles intensiver, ehrlicher und näher dran als je zuvor.
Auotrin: Bianca Ully
Tracklist „The End Is Not The End“:
1. The End Is Not The End
2. Dead
3. Break Me
4. All For You
5. Ghost In Me
6. Glass Eater
7. Wait My Love, I’ll Be Home Soon
8. Death Rattle
10. Children Of Light
11. In The Dark
12. Afterglow
13. Break The Glass
Gesamtspielzeit: –
