
Wenn eine Band seit fast 30 Jahren im Metal Underground eines Landes existiert und beständig starke Alben abliefert, muss sie etwas richtig machen. Im Falle der bekannten Legenden von THORIUM ist dies definitiv der Fall. Dann auch noch im Metal Wunderland Dänemark so einen Status innezuhaben ist schon etwas Besonderes.
„Suburban Rot“ heißt der neue Output des Fünfers aus Kopenhagen und folgt nach nur zwei vergangenen Jahren seit dem Vorgänger „The Bastard“. THORIUM sind also nach wie vor hungrig und haben einfach Spaß an ihrer Kunst. Lyrisch dreht sich alles um die Trostlosigkeit und Brutalität der Vorstädte, mit all der dort vorherrschenden Trostlosigkeit und Gewalt. „Abra Macabre“ gibt keine Rätsel auf und ebnet den Weg für alles, was da kommt. Death Metal alter Schule im Midtempo angesiedelt, mit unsäglichem Groove ausgestattet und herrlich wummernder Bass Drum im Gepäck. Das Growling ist Oldschool mäßig tief und teils in Regionen der Herren Glen Benton oder Chris Barnes angesiedelt.
Die folgenden „Endless Disgust“ und „Open Wounds“ folgen der angefangenen Formel. Hauptsächlich im Midtempo daheim, brennen sich die Riffs ein, während das gelegentliche Anziehen des Tempos Atmosphäre schafft. Die fünf Herren wissen ganz genau, was sie tun und was sie selbst mögen. Hier wird definitiv Metal nicht neu erfunden, was aber auch gar nicht notwendig ist, wenn es groovt und Freude macht. Es wäre aber THORIUM nicht recht getan sie auf ein einziges fades Muster festzulegen, und damit das Review abzuschließen. Den die Dänen haben mehr drauf als nur stumpf dahinzuhämmern.
„MG42“ geht, wie der Titel vorgibt, schnell wie Maschinengewehrfeuer los. Der Song ist ein europäischer Death Kracher im Highspeed Gewand. Das Uptempo Geboller orientiert sich herrlich an den nördlichen Nachbarn und macht den Song zu einem brutalen Ungetüm. Die Gitarren sägen schön dahin und zwischen den Attacken herrscht Groove Stimmung. „Suburban Rot“ bringt dunkle bedrohliche Riffs mit und wird von einer dunklen Stimmung beherrscht, bevor THORIUM im Refrain eine Melodie auspacken, die direkt ins Ohr fließt. Der Song mausert sich zum absoluten Highlight des Albums.
Oder doch nicht? „The Collector” und „Bring The Children To Me” drehen das Album nochmals gehörig um. Die Songs sind stimmungsmäßig sehr ähnlich, schaffen trotz des Death Riffings eine dunkle und doomige Atmosphäre und brillieren mit tiefem bedrohlichem Riffing in grandioser Verbindung mit dem gruftigen Growling Michael Andersens. Der Groove ist allgegenwärtig und gibt OBITUARY Vibes mit. Was besser gefällt liegt hier rein im Auge des Betrachters.
„Suburban Rot“ ist ein tolles Oldschool Album, einer Underground Band, die es leider nie geschafft hat größere Erfolge einzufahren, aber nie die Freude am eigenen Schaffen verloren hat. Und das hört man in jeder Minute.
Autor*in: Michael Wimmer
Tracklist „Suburban Rot“:
1. Abra Macabre
2. Endless Disgust
3. Open Wounds
4. MG42
5. Suburban Rot
6. Shelter
7. The Collector
8. Bring The Children To Me
9. The Undead
10. Crucified
Gesamtspielzeit: 40:39
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