TRIVIUM - Ember To Inferno
TRIVIUM
Ember To Inferno
(Thrash Metal | Modern Metal)

 


Label: Lifeforce Records
Format: (LP)

Release: 14.10.2003


Die Scholastiker des Metalcore versuchen sich mit einer Produktion so makellos wie das Gedankengebäude Thomas Aquins zu etablieren. Und genauso wie die Aquin’sche Gedankenwelt gewisse Axiome benötigt, um Gültigkeit verlangen zu können, muss man schon was anfangen können mit dem in letzter Zeit inflationär gebrauchten Begriff “Metalcore”. Wenn dies allerdings der Fall ist, wird man kein Problem haben den Zugang zum Werk TRIVIUMs zu finden.

Und was soll jetzt der ganze Scheiß von wegen irgendwelche Pfaffen aus dem Mittelalter? Die drei noch recht jungen Musiker aus Florida leiten den Namen ihres Kollektivs folgendermaßen ab: “Eloquence in Medieval idealism was defined through the trivium. The three basic liberal arts of grammar, logic and rhetoric once combine to give grace and credibility to those who soughtz to rise above in society“. Trivium ist also ein Begriff des mittelalterlichen Gelehrtentums und als solcher unter anderem auch in Dantes “Göttlicher Komödie” zu finden, auf die sich auch der Titel des Albums bezieht. Und dementsprechend ist die Musik: Eloquent einerseits, weil das Triumvirat während des ganzen eher im Highspeedbereich operierenden und anspruchsvollen Materials nie die Übersicht und Sicherheit verliert, also quasi Grammatik, Logik und Rhetorik (im Sinne von Darbietung) der Musik perfekt beherrschen. Mittelalterlich angehaucht andererseits, weil die Texte teilweise in längst vergangene Zeiten verweisen und manche “klassische” Gitarrenharmoniebögen an die History-Metaler IRON MAIDEN gemahnen. Das kennen wir, wie auch vieles andere an der Mischung der Musik TRIVIUMs, etwa die abwechselnd hardcorelastig und clean gesungenen Vocalparts, bereits von SHADOW’S FALL.

Der Sound den Sänger und Gitarrist Matt Heafy seinen sechs Saiten entlockt erscheint im direkten Vergleich ein wenig glatter als bei den Kollegen von SHADOW’S FALL, passt aber perfekt zur Musik, die im wesentlichen auch etwas melodischer ist als die der oben angesprochenen Band. Obwohl Hardcore, klassisch angehauchter Metal und ein bisschen Elchtod das Dreieck bilden, in dem sich “Ember To Inferno” bewegt, hat ein Mann, der wie kaum ein anderer den typisch amerikanischen Death Metal Sound geprägt hat, die Regler bedient: Tom Morris zeichnet sich für das Mastering verantwortlich.

Meckerei am Rande: Ganz konsequent gehen TRIVIUM ihren Weg nicht, denn damit, dass sie sich in ihrer Rolle als besonders gescheite Burschen, die Songs “Fugue” und “Requiem” nennen, gut vorkommen und dann aber nicht einmal auch nur irgendeinen polyphonen Part in ihrer “Fuge” haben, kommen sie bei mir nicht durch. Wahrscheinlich hat es ja irgendeine textliche Bewandtnis, die ich nicht verstehe, aber interessant wäre es ja schon, wenn eine Metalband, die es echt am Kasten hat, ihr musikalisches Können nicht nur über Solos und Hyperspeedtightness, sondern über zum Beispiel eine eingebaute Fuge unter Beweis stellt. Ein Anreiz für die Musiker unter den Lesern.

 


Tracklist „Ember To Inferno“:
1. Inception, The Bleeding Skies
2. Pillars Of Serpents
3. If I Could Collapse The Masses
4. Fugue (A Reveltion)
5. Reqiuem
6. Ember To Inferno
7. Ashes
8. To Burn The Eye
9. Falling To Grey
10. My Hatred
11. When All Light Dies
12. A View Of Burning Empires
Gesamtspielzeit: 49:39


www.trivium.org

 

TRIVIUM - Ember To Inferno
TRIVIUM – Ember To Inferno
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