THY CATAFALQUE - Rengeteg
THY CATAFALQUE
Rengeteg
(Avant-Garde Metal)

 


Label: Season Of Mist
Format: (LP)

Release: 2012


Wenn man ehrlich ist, wurde einem das musikalische Schubladendenken über die letzten Jahre nicht unbedingt leichter gemacht und nachdem der Begriff „Indie“ inzwischen fast ausschließlich für unrasierte Musiker im Penner-Look mit Hang zum Brit-Pop der späten 1990er verwendet wird, ist die Frage, wie man denn nun THY CATAFALQUE beschreiben soll, der scheinbar jegliche stilistische Grenzen fremd zu sein scheinen.

Inzwischen zu einem Ein-Mann-Projekt geworden ist Mastermind Tamás Kátai auf dem 2011er Album „Rengeteg“ nichts mehr heilig. Industrialeske Beats mit einem gewissen Black Metal Feeling, hämmernde Thrash-Metal Riffs gepaart mit einer Hammond-Orgel, eine schier endlos scheinende Liste aus auf dem Papier absurd anmutenden „Verwurschtelung“ musikalisches Sub-Genres. Gut, man kann versuchen mit „Avant Garde Metal“ die Kurve zu Kratzen, doch keinesfalls würde dieser Begriff der wilden Mixtur gerecht werden oder gar eine adäquate Beschreibung abliefern.

Aber was soll man sagen. Mag „Rengeteg“ anfangs noch etwas sperrig und fremd erscheinen, wächst es einem nach mehreren Hördurchläufen doch eigentlich richtig ans Herz. Zwar wissen nicht alle Lieder gleich zu überzeugen, ob des stark ausgeprägten experimentellen Charakters von „Rengeteg“ ist das dann aber auch nicht zu erwarten und interessante Passagen gibt es in jedem Lied zu entdecken. „Fekete mezok“, der eröffnende Track, ist mit seinem Wechselspiel aus hammerharten Thrash-Metal-Allüren und einem melodiegetragen Refrain der stärkste Track des Albums, doch auch das zwischen Elektro- und Folkloreklängen schwankende „Kék ingem lobogó“ kann sich hören lassen.

Schwachpunkt bei „Rengeteg“ ist aber der Sound und der Mix der einzelnen Instrumente. Bei schnelleren Passagen wird der Hörer schon mal von einer gewaltigen Wand aus dröhnendem Bass und einer sehr, sehr, sehr wuchtigen Bassdrum förmlich erschlagen. Da es sich noch dazu um einen einprogrammierten Drum-Computer handelt, können die Drum-Spuren für den einen oder anderen Hörer, der den natürlichen Klang von akustischen Drums präferiert mitunter etwas gewöhnungsbedürftig sein. Aber das ist dann wiederum etwas subjektiv.

Nichtsdestotrotz ist „Rengeteg“ ein hörenswertes Album, wenngleich es seine Höhe und Tiefen hat, und sei vor allem jenen nahe gelegt, die des musikalischen Schubladendenkens bereits seit längerem müde geworden sind.


Tracklist „Rengeteg“:
1. Fekete Mezok
2. Kel Keleti Szél
3. Trilobita
4. Ko Koppan
5. Vashegyek
6. Holdkomp
7. Kék Ingem Lobogó
8. Az Eso, Az Eso, Az Eso
9. Tar Gallyak Végül
10. Minden Test Fu
Gesamtspielzeit: 61:48


www.facebook.com/thycatafalque

 

THY CATAFALQUE - Rengeteg
THY CATAFALQUE – Rengeteg
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