DRAGONY - Shadowplay
DRAGONY
Shadowplay
(Power Metal)

 


Label: Limb Music
Format: (LP)

Release: 25.09.2015


„Oh, oh the doctor sees!“
As he says as to appease
„The medicine you need from me
Might be a song by Dragony!“Dr.Agony

Fast vier Jahre ließen sich die Wiener Symphonic Metaller DRAGONY nach ihrem gelungenen Debüt „Legends“, das damals in Eigenregie veröffentlicht wurde, Zeit um einen Nachfolger zu präsentieren. Doch man merkt „Shadowplay“ sofort an, dass sich die Truppe rund um Siegfried „Sigi“ Samer, der seit einer Weile auch bei VISIONS OF ATLANTIS tätig ist, die Zeit genutzt hat und fleißig Erfahrung auf den Bühnen gesammelt hat, als auch beim Songwriting reifer geworden ist.

Mit Limb Music im Rücken, übertrifft „Shadowplay“ seinen Vorgänger in jeder Hinsicht. Ausgereifteres Songwriting, druckvollerer Sound, opulentere Arrangements und erneut tonnenweise Hooklines und eingängige Melodien verteilt auf zehn Hymnen, sowie zwei Bonus Tracks – aber dazu später mehr. Mit „Wolves Of The North“ zeigen DRAGONY, was ihre Trademarks sind. Süße, aber selten kitschige Melodien, symphonisches Soundgewand, eindringliche Refrains und die eine oder andere Power Metal-Attacke irgendwo zwischen RHAPSODY (OF FIRE), AVANTASIA, SONATA ARCTICA und NIGHTWISH. „Shadowrunners“ bietet im Anschluss gelungene Chöre, etwas mehr Dramaturgie und die bisher beste Leistung von Sigi, der sich zum Vorgänger erheblich steigern konnte. Der Song hat definitiv Hitpotential und gehört auf jeden Fall ins Live-Programm der Wiener aufgenommen. Auch wenn DRAGONY nun keinen großartig frischen Wind ins Genre bringen und manches bekannt erscheint, spüren die sechs Jungs einfach, worauf es im Genre ankommt und bündeln die dazugehörigen Elemente zu kurzweiligen Songs mit Emotion und einer gewissen Tiefe, die einen schnell in den Bann zieht. Die Lagerfeuer-Ballade „The Maidens´ Cliff“ könnte als Tribut an BLIND GUARDIAN gemeint sein, wodurch ein Gastbeitrag von Hansi Kürsch sicher keine Überraschung gewesen wäre, doch stattdessen holte man sich Zakk Stevens (SAVATAGE, CIRCLE II CIRCLE) für den zehnminütigen Abschlussepos „The Silent Sun“ – und was tut man, wenn man einen SAVATAGE-Sänger in einem Song unterbringt? Natürlich einen Kanon anzetteln. Mag vielleicht etwas gekünstelt erscheinen, macht aber Spaß und passt wunderbar in den Sound von DRAGONY. Dass Zakk ansonsten auch eine Traumfigur abgibt, braucht glaube ich nicht erwähnt zu werden. Etwas mehr Stoff geben die Drachen in „Warlock“, das mit Doublebassgewitter und wieder erhöhter Dramatik wunderbar funktioniert, während „Babylon“ wie eine alte EDGUY Nummer tönt und „Unicorn Union“ dann doch den Kitsch offensichtlich beabsichtigt Überhand nehmen lässt und somit für eine lockere Stimmung sorgt.

Der Mix an Symphonic, Bombast und Power funktioniert einfach wunderbar und schreit nur nach einer Live-Umsetzung, ebenso wie der lustig gemeinte Bonus Track „True Survivor“, der kürzlich von DAVID HASSELHOF als Soundtrack zum Kick-Starter Phänomen Kung Fury intoniert wurde. Der Japan-Bonus Track „The One And Only“ dürfte auch dem einen oder anderen als Pop-Hit der 90er von CHESNEY HAWKES bekannt sein.

Wer auf symphonischen Power Metal in seiner reinsten Form steht, der kommt an DRAGONY nicht vorbei. Songwriting, technisches Können sowie Sound können sich durchaus jetzt schon mit den großen des Genres messen. Zwar wurden einige Genrevertreter erwähnt und sind somit als Inspiration nur schwer auszuschließen, doch so manch Melodie oder Textpassage wie „…doctor, doctor please…“ zeigen, dass DRAGONY daraus bewusst keinen Hehl machen und so aus dem ganzen Mix ihren ganz eigenen Sound gefunden haben. Weiter so!


Tracklist „Shadowplay“:
1. Wolves Of The North
2. Shadowrunners
3. Kiln Of The First Flame
4. The Maidens´ Cliff
5. Warlock
6. Babylon
7. Dr. Agony
8. At Dagger Drawn
9. Unicorn Union
10. The Silent Sun (feat. Zak Stevens)
11. True Survivor (DAVID HASSELHOFF)
12. The One And Only (Japan Bonus)
Gesamtspielzeit: 59:22


www.dragony.net

DRAGONY - Viribus Unitis
DRAGONY – Shadowplay
LineUp:
Siegfried Samer
Simon Saito
Andreas Poppernitsch
-
Herbert Glos
Frederic Brünner
Manuel Hartleb
7.5
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