
Chasing The Hydra
(Heavy Metal)
Label: BraveWords Records
Format: (LP)
Release: 17.04.2026
Bei der Erwähnung des Namen CRIMSON GLORY treibt es vielen Metalfans noch heute die Tränen in die Augen. Teils aus Freude, aber auch aus Trauer, da die Band viel zu früh ihr Aus verkündete. 1982 in Sarasota/Florida gegründet startete die Band 1986 mit ihrem selbstbetitelten Debut voll durch. 1988 folgte das noch bessere Album „Transcendence“ und obwohl die Band auf Tour viel Aufsehen (unter anderem durch Tragen von Silbermasken) erregte, blieb damals der große Erfolg aus. Neben den erwähnten Masken und der mystischen Atmosphäre, war der hohe Gesang von Sänger Midnight charakteristisch für CRIMSON GLORY. Es folgten noch zwei Alben, die zwar nicht schlecht waren, aber auch nicht wirklich gut aufgenommen wurden. Der Ausstieg von Midnight 1991, schadete der Band gehörig und auch die Rückkehr 2005 brachte nicht den ersehnten neuen Aufschwung. 2007 Stieg Midnight erneut aus der Band aus und verstarb am 8. Juli 2009 mit 47 Jahren viel zu jung. Mit ihm und seiner Stimme starb auch die Hoffnung auf ein neues Album. Ab 2010 wurden mit Todd La Torre (QUEENSRYCHE) einige Liveauftritte absolviert, die zwar beim Publikum gut angenommen wurden, aber La Torre stieg bereits 2013 wieder aus der Band aus.
Auch dieser Versuch CRIMSON GLORY zu reanimieren, scheiterte und der letzte Funken Hoffnung der Fans wurde wieder im Keim erstickt. Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder, denn ab Ende 2023 wurden auf dem YouTube-Kanal von Gründungsmitglied Dana Burnell zwei neue Songs angekündigt, die dann 2024 auch veröffentlicht wurden. „Triskaideka“ und „Indelible Ashes“ lauteten die Titel der beiden Songs auf denen der neue Gitarrist Mark Borgmeyer zu hören ist. Das Allerwichtigste bei den beiden neuen Songs war aber die Einführung des neuen Sängers. Travis Wills (INFIDEL RISING) hinterließ einen gewaltigen Eindruck und ließ den Funken der Hoffnung wieder aufglimmen. Und die Fans sollten nicht enttäuscht werden – nach 26 Jahren ist es nun wieder so weit und CRIMSON GLORY melden sich mit ihrem fünften Studioalbum zurück.
„Chasing The Hydra“ nennt sich das neue Werk und was die drei alten Haudegen Jeff Lords, Dana Burnell und Ben Jackson neben ihren beiden neuen Mitstreitern aus dem Hut zaubern, ist schlichtweg gewaltig. Man kann sagen, dass dieses Comeback ausschließlich durch Travis Wills getragen wird, denn seine Stimme ist unheimlich nahe an derer Midnight’s dran, dass es fast schon unheimlich wirkt. „Redden The Sun“, „Broken Together“, oder der wunderbare, fast epische Song „Angel In My Nightmare“ zieht mir eine Gänsehaut par excellence auf.
Beim Titeltrack hat man sich an „Red Sharks“ gehalten, was einem beim ersten Ertönen des Riffs sofort klar wird. „Beyond The Unknown“ bietet einen eingängigen Refrain an, der sich gut an alte Werke anpasst. Auch „Pearls Of Dust“ weiß zu überzeugen. Mit von der Partie sind natürlich auch die beiden im Vorfeld veröffentlichten Songs und „Triskaideka“ geht mir jetzt etwas mehr ins Ohr als damals, als ich ihn das erste Mal hörte.
Mit Travis Wills ist es der Band gelungen, das Unmögliche möglich zu machen. Einen Midnight wird man nie ersetzen können, aber was Wills hier abliefert, kommt dem Verstorbenen sehr nahe und ehrt sein Vermächtnis mit jedem gesungenen Ton. Ich glaube auch, dass Wills die alten Songs gut und performen wird. Live kann man sich dann am Keep It True Legends Festival im August dieses Jahres das erste Mal davon überzeugen.
Auch wenn beim Songmaterial noch etwas Luft nach oben ist, kann man dieses Comeback als mehr als gelungen bezeichnen. Es steht außer Zweifel, dass „Chasing The Hyrda“ die Tränen der Fans aus Trauer im Handumdrehen in Freudentränen umwandeln wird.
Tracklist „Chasing The Hydra“:
1. Redden The Sun
2. Chasing The Hydra
3. Broken Together
4. Angel In My Nightmare
5. Indelible Ashes
6. Beyond The Unknown
7. Armor Against Fate
8. Pearls Of Dust
9. Triskaideka
Gesamtspielzeit: 47:38
Band-Links:
