
Looking Glass Hymnal Blue
(Progressive Death/Black Metal)
Label: Gilead Media
Format: (LP)
Release: 20.03.2026
Wenn Mitglieder zweier herausragender Underground Bands sich zusammentun, kommt etwas ganz Besonderes dabei heraus. Im Falle von THE SILVER ist dies definitiv der Fall. Die Band besteht zu Vier Fünftel aus HORRENDOUS und CRYPT SERMON. Erstere die wohl interessanteste moderne Death Metal Band der USA mit starkem progressivem Einschlag, und zweitere die beste moderne epische Doom Metal Band aus den Staaten. Eine Philadelphia Connection durch und durch machten sie aus dem Nichts 2021 von sich reden, als ihr Debütalbum „Ward Of Roses“ auf- und einschlug. Nun steht plötzlich der Nachfolger da und übertrifft den Erstling um Längen.
Der Opener „Looking Glass Hymnal Blue” ebnet den Weg für knapp 50 Minuten voller progressiver mystischer metallischer Genialität. THE SILVER sind eine perfekte Symbiose der beiden Hauptbands. Alle Attribute sind gegeben: das Riffing ist vertrackt und an der Grenze zur Sperrigkeit, aber immer groovig und genial durchdacht. HORRENDOUS und ihr Death Metal kommen durch, aber auch stark die Traurigkeit von CRYPT SERMON.
Die Abwechslung der cleanen Vocals und der krächzenden Growling Stimme ist sensationell ausbalanciert. Und dann ist da ein immer wieder kehrender Black Metal Einschlag mit Blastbeats und Tremolo-Riffing. Also Sahnehäubchen kehrt eine von TRIBULATION bekannte morbide Atmosphäre ein und gibt einen hoffnungslosen grabesähnlichen Vibe.
Die erste Vorab Single „Two Candles“ vertont die perfekte Symbiose der beiden Hauptbands. THE SILVER leben von der genialen Balance von Härte und traurig schönen leisen Passagen. Diese funktionieren genauso gut wie die Ausbrüche mit Blastbeat und schneidendem Riffing. Technisch ist die Band über jeden Zweifel erhaben. Trotzdem ist es schier unfassbar auf neun Minuten so viele Ideen so perfekt miteinander zu verbinden, dass der Song nie entgleitet oder gar verloren geht.
„Memorias“ mit der großartigen cleanen Singleistung sowie das darauf folgende „Tendrils“ sind deutlich kürzer gehalten, aber nicht minder intensiv. THE SILVER schaffen auf den Punkt die Spannung zu erzeugen und dann den Ausbruch voll mitzunehmen. Gänsehaut-Atmosphäre pur, ob im melancholischen Bereich oder im Black Metallischem „Tendrils“.
„When The Moon Is Three” überzeugt mit genialem groovigen Riffing, der Körper geht automatisch mit. Wieder ist es die ausbalancierte Vocal Mischung aus cleanen und gegrowlten Passagen, die den Song so mitreißend machen. Die Stimmung baut sich auf und explodiert in Doublebass Attacken, bevor das rockige Riff wieder einfängt.
THE SILVER leben ihre progressive Ader stärker aus als beim Erstlingswerk, doch ist das Songwriting nochmals deutlich gereifter und zugespitzter. „Looking Glass Hymnal Blue“ ist ein durch und durch geniales Album für alle Fans von Extreme Metal mit progressivem Einschlag. Manchmal tut man sich schwer alles in seinen Einzelheiten zu beschreiben. Dieses Album muss einfach gehört werden, immer und immer wieder.
Tracklist „Looking Glass Hymnal Blue“:
1. Looking Glass Hymnal Blue
2. Two Candles
3. Memorias
4. Tendrils
5. When The Moon Is Three
6. The Demon Bridge
7. Twilight Of Love
8. My Lone Dark Lantern
Gesamtspielzeit: 48:10
