SLEEPING WITH SIRENS – An Ending In Itself
SLEEPING WITH SIRENS
An Ending In Itself
(Alternative Metal | Post Hardcore)

 


Label: Rise Records
Format: (LP)

Release: 12.06.2026


If you base your worth off of how many mistakes you have made, you will never feel good enough. Remember that you are human, you will make mistakes throughout the entirety of your life. Learn from them.

Die Stärke des neuen Werks „An Ending In Itself“ von SLEEPING WITH SIRENS, welchem wir seit 12.06.2026 lauschen dürfen, manifestiert sich bereits in seinem Entstehungsprozess:

Nach einer Ära, die strukturell von digitaler Fragmentierung und dezentralem File-Sharing geprägt war, reicherte die Formation den Songwriting-Prozess dieses Mal durch physische Präsenz im Studio an. Diese unmittelbare, interaktive Gruppendynamik überträgt sich spürbar auf das gesamte Klangbild, das durch eine organische, ungefilterte Live-Energie besticht.

Bereits das Eröffnungsstück und gleichzeitig der Titeltrack „An Ending In Itself“ fungiert als unerschütterliches Fundament der gesamten Platte. Musikalisch umrahmt von hymnischen Melodielinien und dichten, vielschichtigen Gitarrenwänden, setzt sich die Komposition mit psychischen Belastungsproben auseinander. Frontmann Kellin Quinn liefert hierbei eine seiner gesanglichen fein abgestuften Darbietungen der jüngeren Bandgeschichte ab. Seine charakteristische, im hohen Register angesiedelte Range schneidet mit analytischer Schärfe durch das instrumentale Grundgestein.

Anstatt in Melancholie zu verharren, transformiert Quinn die textliche Verletzlichkeit in eine reinigende, kathartische Intensität.
Das unmittelbar anschließende „Forever/Always“ forciert das Tempo durch eine signifikante Dosis Post-Hardcore-Dynamik, während es thematisch die Beständigkeit zwischenmenschlicher Loyalität verhandelt. Die stilistischen Referenzen an den Alternative Metal der mittleren 2000er Jahre ruft jene Ära gezielt herbei, die den anfänglichen Erfolg der Band begründete.

Die Rhythmussektion wird getragen von Justin Hills am Bass und Matty Best am Schlagzeug, etabliert hier ein unerbittliches, präzise getaktetes Fundament. Hills’ drückende Basslinien harmonieren exzellent mit Bests betont dynamischem, akzentuiertem Drumming, was dem Song trotz seiner offensichtlichen Stadiontauglichkeit eine stringente Stringenz verleiht.

Im Mittelteil entfaltet das Album seine eigentliche, düstere Komplexität. Das zusammen gehörige Track-Trio bestehend aus „God In My Head“, „Need You Here“ und „Left On Repeat“. Letzterer widmet sich existenziellen Motiven wie Panikattacken, Isolation und emotionaler Abhängigkeit. Textlich verzichtet Quinn auf kryptische Abstraktionen und setzt stattdessen auf eine ungeschönte, unmittelbare Bildsprache.

Instrumental rückt an dieser Stelle die differenzierte Detailarbeit der Gitarristen Nick Martin und Tony Pizzuti in den Vordergrund. Das Zusammenspiel der beiden Saiteninstrumentalisten zeichnet sich durch ein feines Gespür für Dynamikwechsel aus, durch aggressive Riff-Strukturen und schneidende Licks changen mit atmosphärischen Passagen. Auch die Stücke „House Of Matches“ und „Waiting For You“ folgen diesem Prinzip der kontrollierten Eruption, bei dem Martin und Pizzuti den Arrangements die nötigen Freiräume zur Entfaltung überlassen, um im entscheidenden Moment umso brachialer zu verdichten. Jedes dieser fünf Stücke bewahrt sich dabei ein eigenständiges klangliches Profil.

Den physischen Höhepunkt der Platte markiert die Single „Paralyzed“. Die Komposition bricht radikal mit sanfteren Pop-Rock-Konventionen und präsentiert sich als das härteste Material seit vielen Jahren. Ein Inferno aus matchenden Riffs und einer crashenden Brutalität dominiert das Geschehen. Bemerkenswert ist, dass das feine Gespür der Band für eingängige Hooks und harmonische Strukturen selbst in diesem harschen Umfeld vollkommen intakt bleibt und ein deutlicher Beleg für die evolutionäre Weiterentwicklung ihrer härteren Wurzeln.

Auf der Zielgeraden zeigen SWS vollendete Reife im dramatischen Songwriting. Die rhythmisch komplexen Tracks „Process“ und „PTSD“ sezieren Traumata und den Prozess der Rekonvaleszenz mit unbarmherziger Nüchternheit. „Looking Back At Me“ schlägt in eine melancholisch düstere Kerbe und wühlt im Dreck der Selbstreflexion, ohne in nostalgische Klichees abzugleiten. Das finale Stück „Storm Clouds“ führt die gegensätzlichen Pole der Platte schlussendlich in einem üppigen Epilog zusammen. Statt einer glatten, harmonischen Auflösung verbleibt die programmatische Erkenntnis, dass Heilung ein fortlaufender Prozess ist.

Das Werk vereint die existenzielle Dringlichkeit und die monumentalen Hooks, die das Frühwerk auszeichneten, mit der abgeklärten Reife einer Band, die künstlerische und persönliche Transformationsprozesse durchlaufen hat. Das dichte Zusammenspiel aus Kellin Quinns expressiven Vocals, der pointierten Gitarrenarbeit von Nick Martin und Tony Pizzuti sowie dem unerbittlich pumpenden Rhythmusfundament von Justin Hills und Matty Best greift nahtlos ineinander.

An Ending In Itself schließt eine kreative Kreislaufbewegung – es ist ein Album, dass das eigene Erbe reflektiert und gleichzeitig unterstreicht, dass die Formation im Jahr 2026 kompositorisch sowie exekutiv eine absolute Spitzenposition im zeitgenössischen Alternative Metal einnimmt.

Autorin: Bianca Ully


Tracklist „An Ending In Itself“:
1.An Ending In Itself
2.Forever/Always
3.God In My Head
4.Need You Here
5.Left On Repeat
6.House Of Matches
7.Waiting For You
8.Paralyzed
9.Oricess
10.PTSD
11.Looking Back At Me
12.Storm Clouds
Gesamtspielzeit: 44:53

 


Band-Links:

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SLEEPING WITH SIRENS – An Ending In Itself
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LineUp:
Kellin Quinn(Vocals)
Nick Martin (Guitar)
Tony Pizzuti (Guitar)
Justin Hills (Bass)
Matty Best (Drums)
7
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