VADER - Revelations
VADER
Revelations
(Death Metal)

 


Label: Regain Records
Format: (LP)

Release:  03.06.2002


Miserable life of rats
And I am above thralldom
Thoughtfulness in expecting
The End… Epitaph (For Humanity)

Nach dem ersten Durchlauf des neuen VADER Longplayers „Revelations“ war ich mir ziemlich sicher, dass das das kürzeste Review meiner bisheringen Laufbahn werden könnte: „Is eben VADER – kennste eine, kennste alle!“ Aber ganz so ist es nun auch wieder nicht, wobei Neuzugang Simon am Bass die „Schuld“ für die Veränderung in die Schuhe zu schieben, wäre doch etwas übertrieben – immerhin kann man ohne schlechten Gewissen behaupten, dass Peter und Doc bei VADER das Sagen haben und Mauser sowie Shambo beziehungsweise nun Neuzugang Simon nicht ein besonders großes Stück am kreativen Input beitragen (dürfen).

In meinen Augen ist „Revelations“ die logische Fortsetzung von „Litany“ – einige Riffs und Grundstrukturen auf „Revelations“ erinnern mich sogar erschreckend stark an den Vorgänger -, mit Peters typischen (aber für mich schon beinahe störenden) krächzenden Vocals, sägendem Riffing sowie zwar nicht besonderen aber dafür umso effektiveren Soli und Docs unverwechselbaren scheiß-präzisem Drumming. Wo VADER drauf steht, is auch VADER drin – nun, wie gesagt: Nicht ganz. Und: Eben nur eine „logische Fortsetzung“. Man erkennt schon, dass hier die selbe Band am Werke ist wie auf „Litany“ oder „Black to the blind“ (das erschreckend grauenhafte „Kingdom“ ignorieren wir mal), mit den gaaaaaanz alten, richtig geilen VADER hat „Revelations“ aber wirklich gar nichts mehr zu tun, was meiner Meinung nach irgendwie schade ist – einzig und allein bei der limitierten Digi-Version bekommt man mit „Son of fire“ auch noch einen Song im Stile der „alten“ VADER geboten: schnell, schneller am schnellsten, dafür erinnert hier sowohl Solo als auch Drumming mehr als nur stark an „Chaos“ und „Reign carrion“…

Objektiv (und ohne Vorkenntniss der restlichen Alben) könnte man sagen: durchwegs Killersongs, mit einen gewissen Touch „SLAYER goes Death“ – eher im Midtempo gehalten und mit mörderischem Groove; Kompakt und mit Raffinesse – genau die richtigen Melodien, wohldosierte Blasts und geile Breaks. Weiß man aber, was VADER auf „Ultimate incantation“ oder auf „Litany“ verbraten haben, tja – ja dann fehlt bei „Revelations“ das gewisse Etwas, der letzte Kick, der Tritt in die Eier – vielleicht ist es aber auch nur die Überdosierung an VADER in letzter Zeit. Ok, der letzte Longplayer liegt schon zwei Jahre zurück, aber dazwischen gabs ja auch noch „Reign forever world“ sowie die Best-Of (für die sich VADER aber nicht verantwortlich zeigen) und ungefähr 300 Live-Gigs in unseren Breitengraden – und wenn man VADER einmal live gesehn hat, dann schläft man auch nüchtern spätestens bei der dritten Wiederholung im Stehen ein…

Summa summarum sind von den zehn neuen Tracks (auf der Digipack-Version) sechs richtig geil („Epitaph“, „The nomad“, „Wolftribe“, „Son of fire“, „Whisper“ mit BEHEMOTH’s Nergal als Gast und das doomige „Revelation of Black Moses“ mit Ureck von LUX OCCULTA als Verstärkung) und die restlichen vier sind – obwohl objektiv betrachtet ebenfalls sehr gut – für VADER „nur“ gut. Was VADER-Fans möglicherweise fehlen wird ist somit die sonst übliche Überdurchschnittlichkeit, was sie sich dafür aber sicher sein können: Es tauchen einige altbekannte Riffs und Songstrukturen auf – und selbst der Keyboardeinsatz auf „Torch of war“ und „Revelation of black Moses“ fällt keineswegs störend ins Gewicht, ja – fällt nicht einmal auf…

Layouttechnisch sind VADER aber wieder ganz oben anzusiedeln, die Aufmachung – besonders die als edles Digipack – ist grandios, einzig und allein bei der Produktion hätte man noch ein bisschen arbeiten können, da mir persönlich das Schlagzeug etwas zu weit hinten steht… Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache und somit gehen sich noch objektive 5.5 Punkte aus.


Tracklist „Revelations“:
1. Epitaph (For Humanity)
2. The Nomad
3. Wolftribe
4. Whisper
5. When Darkness Calls
6. Torch Of War
7. The Code
8. Lukewarm Race
9. The Revelations Of Black Moses
Gesamtspielzeit: 37:51


www.facebook.com/vader

VADER - Revelations
VADER – Revelations
LineUp:
Piotr "Peter" Wiwczarek
Mauser
Saimon
Doc
7.5
Share on: