ENSLAVED - Heimdal
ENSLAVED
Heimdal
(Post-Black Metal | Progressive Metal)

 


Label: Nuclear Blast
Format: (LP)

Release: 03.03.2023


Heimdall (altnordisch Heimdallr, Heimdalr oder auch Heimdali) ist in der nordischen Mythologie ein Gott aus dem Göttergeschlecht der Asen, der als Wächter der Götter dargestellt wird. Heimdall wurde „am Rande der Erde geboren“, von neun Müttern, die neun Riesenschwestern sind. “Wikipedia

Dass die Visionäre von ENSLAVED ein Faible für den Norden haben, ist jetzt keine Überraschung, auch nicht, dass die norwegischen Black Metaller immer schon modernere, kreativere und mutigere Ansätze hatten, als so manch Kollegen, ist bekannt. „Heimdal“ könnte aber weiter so manch Black Metal Fan die Nase rümpfen lassen, gleichzeitig aber auch die eigenen Fans in Verzückung bringen.

Wer bei „Heimdal“ nun an Idris Elba und seine sympathische Version des Wächters der Regenbogenbrücke, auch bekannt als Bifröst oder an die weniger sympathische Version aus God Of War Ragnarök denkt, dem sei es nicht zu verübeln, die Norweger sind hier aber näher an der Mythologie.

Auch auf ihrem mittlerweile 16ten Album schaffen es die Veteranen rund um Grutle Kjellson einmal mehr zu überzeugen, aber auch zu überraschen. Leicht machen es uns die Norweger dabei aber nicht. Die Komplexität mag etwas zurückgegangen sein, seit „Utgard“, doch auch „Heimdal“ braucht einige Anläufe, um sich zu entfalten, da es an markamten oder gar eingängigen Punkten fehlt. Diese muss sich der Hörer schon erarbeiten. Album beginnt mit atmosphärischen Wasser-Sounds und einem Horn, das zum Opener „Behind The Mirror“ bläst. Ein zähflüssiges, aber gefälliges Stück Progressive Metal, bei dem man zunächst nicht an Black Metal denkt. Gruttle singt mehrstimmig, verträumt, die Melodien vom Keyboard her kommen aus dem traditionellen Prog-Metal und irgendwie ist alles trotz Doublebass-Parts recht soft gehalten. Doch im Mittelteil packt man dann immer wieder gekonnt den Post-Black Metal aus und der Fronter überzeugt mit einen voluminösen und charakteristischen Screams.

Längere Instrumentalparts, verspielte Soli an Keys, Synths und Gitarren, sowie moderne Einflüsse sind auf diesem Werk fast allgegenwärtig und machen es zu etwas Einzigartigem. Doch die Wurzeln sind unverkennbar, wie das bewusst monoton prügelnde „Congelia“ sogleich zeigt. Eine intensive und derbe Attacke, die einen in den dunklen und brutalen Norden der frühen Tage entführt, denn auch das Wikinger-Feeling ist stets zu spüren.

Danach nimmt „Forest Dweller“ das Tempo wieder raus, gefällige Akustik-Gitarren rahmen Grutles sehnsüchtigen Gesang ein und die Atmosphäre wird immer dichter, ehe das Chaos ausbricht. Hier treffen EMPEROR auf DEVIN TOWNSEND und THE DILLINGER ESCAPE PLAN, zumindest von der Abgefahrenheit her. Aber neben dem verrückten Professor aus Kanada verbeugen sich die Norweger mit „Caravans To The Outer Worlds“  auchvor AYREON , das ähnliche Orgelklänge einsetzt wie der Mastermind hinter genanntem Projekt. Diese space’igen Keys gibt es dann auch im erdrückenden Titeltrack, der das Album mit Gänsehaut-Feeling abschließt.

ENSLAVED haben mit „Heimdal“ eigentlich ein echtes Meisterwerk geschaffen und Elemente verbunden, die eigentlich nicht zusammenpassen sollten und doch wunderbar harmonieren. Jedoch tönt dieses Werk auch nach zahlreichen Durchläufen über viele Strecken anstrengend und lässt gewisse Hochs und Tiefs vermissen. Alles ist auf einem schwindelerregenden Niveau, aber so richtig herausstechen will dann auch nichts. Dennoch ein überaus beeindruckendes Werk, das mutige Fans der Extreme unbedingt antesten sollten!

 


Tracklist „Heimdal“:
1. Behind The Mirror
2. Congelia
3. Forest Dweller
4. Kingdom
5. The Eternal Sea
6. Caravans To The Outer Worlds
7. Heimdal
Gesamtspielzeit: 48:25


Band-Links:
heimdal heimdal ENSLAVED - Heimdal

 

 


ENSLAVED - Erste Single vom kommenden Album
ENSLAVED – Heimdal
LineUp:
Grutle Kjellson
Ivar Bjørnson
Arve "Ice Dale" Isdal
Håkon Vinje
Iver Sandøy
8.5
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