Let’s Rot!: OZYMANDIAS, ACID ROW, GREAT RIFT  @ Kapu, Linz (24.11.2023)

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Der Konzertherbst ist gut wie selten. Die Bands haben Hunger, die Fans ebenso und so gibt es von großen Events in riesigen Hallen über coole Club-Shows bis hin zu nicht minder interessanten Underground-Events in kleinen wie kultigen Clubs wieder Allerlei zu sehen. An jenem Abend sollte es letzte Variante im legendären Kapu sein. Die Linzer OZYMANDIAS luden mit ihrem einzigartigen Sound zum Tanz und luden dazu die Herren von GREAT RIFT, die ebenfalls aus unseren Landen stammen sowie die tschechischen Doom-Rocker von ACID ROW als Supportacts ein.

Wie so oft war schon früh reges Treiben vor, bzw. dieses Mal mehr im Kapu, also in der Bar zu sehen, da die Temperaturen jetzt dann doch mal winterlich wurden. Wie gewohnt, startete man das Konzert in der Location je nach Besucheraufkommen, damit auch der Opener des Abends genügend Hörer*innen verzeichnen könne, an. So startete man gegen 21:30 das Spektakel mit den erwähnten Jungs von GREAT RIFT. Bisher habe ich von den Herren aus Wien noch nichts gehört gehabt, doch der Konzertraum füllte sich schon recht gut als man die ersten psychedelischen Klänge vernehmen konnte. Die Truppe spezialisierte sich auf ebensolchen Rock, mit oftmals etwas längeren bis ausufernden Songs, in die man wunderbar versinken konnte. Dennoch gab es im fuzzigen, eindringlichen Sound genug Momente, die auf Anhieb hängen blieben. Doomige Riffs bohrten sich in die Ohren, getragenen Rhythmen luden zum Kopfschütteln ein und Sänger Thomas Gulyas lullten einen in bester Stoner Manier gekonnt ein. Und der coole Song „Space“ brachte dann auch eine fetzigere, rock’n’rolligere Schlagseite mit.

Die Resonanz in Form von Jubel, begeisterten Pfiffen und gehobenen Bierflaschen zwischen den Songs war gut und auch die Band, die hochkonzentriert an ihren Arbeitsgeräten standen, war sichtlich zufrieden. Und das konnten sie auch sein, denn die Zuschauer waren jetzt schon auf Betriebstemperatur und so wurde auch das Klima im kleinen Club immer wärmer und feuchter.

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Da ließen sich die Tschechen von ACID ROW nicht viel Zeit und legten sofort nach. Mit etwas mehr Pep und Gas gab es astreinen Doom, der verdammt rockte, gut ins Ohr ging und die Leute zur Bewegung animierte. Sänger und Gitarrist Alexej Saša Fonar hätte jetzt nicht unbedingt ein BLACK SABBATH Shirt tragen müssen, damit die Leute herausfinden, wer wohl ihr größtes Idol sein könnte, aber man spielt eh besser mit offenen Karten, vor allem, wenn man das so verdammt gut macht, wie die drei Jungs, denen es eine Freude beim Spielen zuzuschauen war. Es wurde zu diversen Toni Iommi-artigen Riffs, fetten Beats und wummerndem Bass geprostet, geheadbangt, geshaked und sogar getanzt; Zumindest vor der Bühne. Aber auch ACID ROW zeigten auf der kleinen Bühne genügend Bewegung und heizten den Linzern nochmal extra ein. Aufgepeppt wurden die spannenden Tracks mit viel fuzzigem Stoner-Sound und einem Schuss Punk. Die Mischung kam dementsprechend gut an, dass zwischen den Songs der Jubel immer lauter wurde und auch die Rufe nach einer Zugabe nicht ausblieben. Eine Band, die man im Auge behalten sollte und hoffentlich den Weg nach Linz in Zukunft öfter findet.

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Die Spannung wurde immer größer, der Raum immer voller und die Stimmung am Siedepunkt als es endlich Zeit für OZYMANDIAS wurde. Die drei Linzer haben sich mit ihrem Debüt „Cake!“ und den fulminanten Auftritten mit ihrem einzigartigen Sound einen Namen gemacht. Aber leider machten sich Christoph, Armin und Flo in den letzten Jahren etwas rar. Das aber nur um mit einem Knall in Form ihres Zweitwerkes „Let’s Rot“ kürzlich wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Somit hatten die drei Herren nicht nur Heimspiel, sondern auch eine Releaseparty im Rücken.

Und das nutzten sie auch gekonnt. Der Doomig-grunge’ige-sludge’ige Sound, der vor allem durch die coolen Orgel-Sounds noch zusätzlich heraussticht tönte auch an diesem Abend originär, schlagkräftig und war gespickt mit ein paar Überraschungen, denn OZYMANDIAS wollten mit ihrem neuen Album die Fans fordern, ohne ihre Wurzeln zu vergessen. Neben bekannten Krachern vom Debüt, gab es natürlich auch die nagelneue Single „Summerrain“, bei der man im Vorfeld schon dachte: „Was ist denn da los?“ – Streicher, etwas Pop-Flair und ruhige Gitarren, sowie andächtiger Gesang von Christoph, das ist neu! Aber es funktioniert. Der Track brachte nicht nur Abwechslung in den Sound, sondern funktionierte auch live wunderbar. Zwischen den heavy Riffs, dem düsteren Grundton und den eindringlichen Orgeklängen, wurden immer wieder ruhigere Momente eingestreut, sodass die Stimmung sich immer wieder etwas verschob, was absolut spannend war.

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Die Leute hatten sichtlich Spaß, die Band bemühte sich, obwohl absolut nicht mehr nötig, selbige noch weiter anzuheizen und versprühten eine enorme Spielfreude und machten auch den Eindruck selbst verdammt froh zu sein, dass man endlich wieder auf der Bühne stehen – oder wie in Armins und Flos Fall – sitzen zu können. Christoph spielte dafür auch mal einen Song einbeinig und auch sonst war das Spektakel, obwohl man mit zwei sitzenden Mitgliedern bewegungstechnisch doch arg eingeschränkt war, sehr sehenswert. Musikalisch funktionierten auch die gerade erst veröffentlichten Tracks neben Lieblingen wie „Mason Jar“, „Jelly Beans“ oder die beiden „Doom“ Parts wunderbar. Highlight war wie erwähnt aber wohl das ausgefallene „Summerrain“, das eindringlich schwelgende „Tasty“ sowie das abschließende „Anemia“, das mit coolen Rhythmen und nicht minder kreativen Vocallines den Abend beschloss.

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Setlist OZYMANDIAS:
Faraway
Drought Or High Water
Blasphemia
Push Daisies
Don’t Care
Doom Pt. 2: The Lilies
Booby Trap
Mason Jar
Tasty
Bleed For Me
Jelly Bean
Summerrain

Doom Pt. 1: The Daisies
Anemia


Was für ein Abend. Es wurde getanzt, gebangt, geschwitzt und gelacht. Drei großartige Bands verschiedener Ursprünge, die aber an diesem Abend wunderbar harmonierten und den Fans einen mehr als spaßigen Abend bescheren. Hoffentlich finden die beiden Vorbands bald wieder nach Linz und auch OZYMANDIAS sind hoffentlich die nächsten Jahre wieder aktiver. Mit dem neuen Album im Gepäck sollte es da aber sicher keine großen Hindernisse geben, Konzertmöglichkeiten zu finden.


Band-Links:
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