
Seit dem letzten Werk der motivierten Heavy Thrasher ARTILLERY, welches den schlichten Namen „X“ trägt, ist es etwas ruhig geworden um die Dänen. Das mag womöglich daran liegen, dass gut zwei Jahre danach Michael Basthol Dahl nach mehr als zehn Jahren als Fronter den Dienst einstellt. Neu rekrutiert wurde überraschend der eigentlich im True Metal beheimatete Martin Steen von IRON FIRE, welcher auch das MERCYFUL FATE Side-Project FORCES OF EVIL frontete. Zudem gibt es an der zweiten Gitarre und den Drums weitere neue Rekruten
Dementsprechend tönen ARTILLERY doch etwas anders, aber dann auch wieder nicht, wie die kleine aber feine EP „Made In Hell“ aktuell zeigt. Präsentiert werden zwei neue Tracks, ein neu eingespielter, sowie eine Live-Version, die sofort bekannte Trademarks mitbringen, knackig produziert sind und wie gehabt auch traditionelle Heavy Metal Einflüsse zulassen. Der Titeltrack beginnt leicht atmosphärisch, ballert erst gut nach vorne, geht es dann aber eher sperriger an. Martin Steene macht seine Sache gut, bewegt sich zwischen harschen Vocals und cleanen, etwas nach oben gehenden Gesängen, die für Fans zunächst womöglich etwas gewöhnungsbedürftig tönen, aber zum doch seit jeher virtuosen und kreativen Songwriting der Band passen. „Ghost In The Machine“ geht es dann melodischer an, weiß aber auch fies zu stampfen, bietet satte Drumsalven viel Tempiwechsel und lässt Martin auch die Kopfstimme auspacken, ehe „Into The Universe“, welches in einer ruppigeren Version bereits auf dem 1985 Debüt zu hören war, das Tempo in Richtung Speed Metal trimmt. Abgerundet wird mit dem furiosen „The Almighty“, welches hier von Steene gekonnt live intoniert wird.
ARITLLERY sind back, anders, aber stark wie eh und je. Eine Thrash Metal Band, die sich mit der Old School Komponente bestens ausgeht und diese gekonnt ausspielt, aber auch andere Wege geht. Und so sind und bleiben die Dänen zwar wahrscheinlich aktuell weiterhin ein Geheimtipp, der Genrefans anspricht, die die hundertste Ruhrpott oder BayArea Band im Regal stehen haben wollen.
Autor: Max Wollersberger
Tracklist „Made In Hell“:
1. Made In Hell
2. Ghost In The Machine
3. Into The Universe (Re-Recorded)
4. The Almighty (Live)
Gesamtspielzeit: