RITCHIE NEWTON – Higher Power
RITCHIE NEWTON
Higher Power
(AOR | Hardrock)

 


Label: NRT Records
Format: (LP)

Release: 01.05.2026


Das Album “Higher Power” ist eine Botschaft, stets an sich selbst zu glauben – und daran, das salles so geschieht, wie es geschehen soll.

Heutzutage kommt es selten bis nie vor, dass man von einem Label einen physischen Tonträger zugesandt bekommt. Noch seltener ist es, dass diesem Tonträger ein 24seitiges 4färbiges Begleitheft in Hochglanz beigefügt ist. Da denkt man doch gleich,
dass es sich hier um etwas ganz Großes handeln muss.

LED ZEPPELIN bringen ein neues Album heraus. John Lennon, George Harrison und Jim Morrison leben doch noch und reanimieren ihre die BEATLES beziehungsweise die DOORS. Mitnichten ist es so – der 72Jährige RITCHIE NEWTON, geborener Straubinger in
Niederbayern, veröffentlicht bei NRT Records sein neues Album. Die mitgelieferte Biografie liest sich wie ein feuchter Traum, der in Erfüllung ging: seine ersten musikalischen Schritte machte der durch seinen Großvater inspirierte als 10jähriger im Spielmannszug Oberalteich als Trommler bevor er 2 Jahre später mit dem ELVIS PRESLEY Song „His Latest Flame“ vor seiner Schulklasse auftrat.

1980 startete er erstmal professionell mit der Deutschrockband ROTZLÖFFEL durch um 1983 seine erste Metal Band mit dem Namen LUCIFER zu gründen. Beide sind mir kein Begriff, dann schon eher die Band MASS, in der er 1987 eintrat, just in dem Jahr, als sich die
Band auflöste. Nach der Gründung der Speed Metal Band PUSSY LOVER gründete er 1992 einen Catering Service und kochte für Musikgrößen wie FATS DOMINO oder SUZIE QUATRO. 1997 gab es eine drastische Wendung im Leben des Herrn Newton,
da wanderte er nämlich nach Thailand aus. Inwieweit diese Auswanderung sich drastisch auswirkte, darauf wird nicht näher eingegangen in diese Biografie.

Entweder machte ihn der Job als ELVIS Tribute Artist zu schaffen oder die wiederholten Auftritte in der VOX-Sendung „Goodbye Deutschland“ schlugen ihm aufs Gemüt. Eher wird es so gewesen sein, dass sich unser Star dem billigen Fusel Thailands zugewandt hat. Darauf schließe ich, da man wenige musikalische Veröffentlichungen von ihm findet, aber einige von ihm geschrieben Bücher zum Thema „Kampf gegen den Dämon Alkohol“. Ab 2020 legte er eine kreative Pause von der Bühne ein. In dieser Zeit gründete er seine erfolgreiche Rockcastshow „Metalheads Forever“. Wo diese Castingshow erfolgreich war, weiß ich leider nicht, ich habe auch persönlich bis dato noch nie von dieser Show gehört.

2023 endlich die Rückkehr mit Vertragsunterzeichnung beim deutschen Label NRT-Records, einem Label der jetzt nicht wirklich die Bringer unter Vertrag hat. Bei so einer Vita, kann doch nur etwas Grandioses das Licht der Welt erblicken. Und „Higher Ground“ fängt auch mit dem Titeltrack gar nicht mal so schlecht an. Erinnert zwar an MIKE AND THE MACHANICS „Silent Running“, aber das könnte schlimmer ausfallen. Es folgen mehr oder weniger gute Songs und NEWTON versucht immer eine tiefgründige Aussage in seine Texte zu fassen. So geht es in „Come Give Me Your Love“ um den sexuellen Missbrauch von Kindern.

Um die soziale Ungerechtigkeit gegenüber Kindern geht es im Song „When Children Cry“. Um eine Mutter, die ihren Sohn im Krieg verloren hat, und jetzt Zweifel hat an Gott zu glauben, handelt „I Lost My Faith In You“. NEWTON hat auch einen Song seinem kranken und bereits verstorbenen Sohn Rino gewidmet. Mit „Goodbye My Little Boy“ verarbeitet er diesen Schicksalsschlag musikalisch. Die Ambitionen sind da, es hilft aber nichts, wenn dabei nicht wirkliche Emotionen auf und rüberkommen. Da bringe ich mehr Gefühl
ins Spiel, wenn ich merke, dass mir das Toastbrot Schimmel angesetzt hat.

Es hilft auch nichts wenn sich RITCHIE NEWTON einige Gastmusiker mit ins Boot geholt hat, wie zum Beispiel Frank Pané und Hans Ziller von BONFIRE oder Mike Mendoza (THIN LIZZY, WHITESNAKE) der „Crying In The Summer Rain“
mitkomponierte. Es klingt alles etwas billig und notdürftig zusammengeschustert und macht nicht wirklich Laune, sich „Higher Ground“ öfters als nötig anzuhören.

Man sollte vielleicht den Aufwand beim nächsten Album nicht in die Promotion stecken, sondern im Vorfeld ins Songmaterial, dann könnte es beim nächsten Mal durchaus was werden. Die Ansätze sind vorhanden, man müsste sie halt mehr nutzen. Übrigens dürfte auch bei der Videoproduktion das Geld knapp geworden sein. Sich habe selten so etwas dilettantisches gesehen. Wenn schon am Computer zusammengeschustert, dann bitte wenigstens die KI in Anspruch nehmen.

Ich würde jetzt mal sagen, dass war wohl nichts lieber Ritchie. Leider hat das Album nicht das gehalten, was uns die Bio vorgaukeln wollte. Nächstes Mal nicht so dick auftragen, dann entfleucht der dicken Hose nicht nur ein laues Lüftchen oder wie man in Österreich sagt „A Schaas“. Was man RITCHIE NEWTON zugestehen muss, ist seine Aussage, dass das Album dafürsteht, dass man immer an sich glauben soll. Denn wenn wer mit so wenig aufregenden Details aus seinem Leben, dermaßen auf den Tisch hat, der hat ein ordentliches Selbstvertrauen und glaubt ganz stark an sich selbst. Ist absolut positiv zu bewerten, auch wenn es dem herausgekommenen Endprodukt nicht wirklich was gebracht hat.

Autor: Max Reisinger


Tracklist „Higher Power“:
1. Higher Power
2. Come Give Me Your Love
3. Crying In The Summer Rain
4. I Lost My Faith In You
5. Glory Harleyluja
6. Saxanna
7. King Of The Night
8. When Children Cry
9. Goodbye My Little Boy
10. Winds Of Destiny
11. Woman In Doubt
12. Come Give Me Your Love (Iwan May Version) (Bonus)
13. I Lost My Faith In You (Iwan May Version) (Bonus)
Gesamtspielzeit: 61:02

 


Band-Links:

Ritchie Newton - Higher Power

 

 

 


RITCHIE NEWTON – Higher Power
RITCHIE NEWTON – Higher Power
LineUp:
Ritchie Newton (Vocals)
Iwan May (Guitar)
Dodi (Bass)
Layphan Reyphare (Keys)
Dandy (Drums)
Gastmusiker*innen
Hans Ziller (BONFIRE)
Frank Pané (BONFIRE)
Markus Pfeffer (WINTERLAND)
Mike Mendoza (THIN LIZZY, WHITESNAKE)
4
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