
Wenn man schon nach einem kurzen „Intro“ und den nachfolgenden ersten Tönen einer Nummer weiß, wo der Hammer hängt und in welche Richtung das Gehörte die Hörerschaft hintreibt, wenn ein Blick auf das Bandfoto sofort Assoziationen aufkommen lässt, dann kann man sich auf zwei Szenarien einstellen. Entweder man hört einen billigen Abklatsch oder eine seichte Kopie einer legendären Band oder man wird angenehm überrascht. Bei der jungen Truppe aus UK, die sich JAYLER nennt und mit „Voices Unheard“ ihr Debut vorlegt, trifft zum Glück das zweite Szenario zu.
Ohne Umschweife kommt die Band, wie oben bereits erwähnt, zur Sache und zeigt unverblümt auf wo sich ihre Wurzeln befinden und welche Band ihr großes Vorbild ist. „Down Below“ & „Riverboat Queen“ lassen nichts anderes zu als das man unweigerlich an LED ZEPPELIN erinnert wird. Soll aber kein Vorwurf sein, denn dazu mischt das Quartett viel Eigenes in ihre Songs. Durch die verwendete Harp beim „Intro“ und den beiden ersten Songs schwingen auch einige AEROSMITH Vibes durch die Songs. Könnte aber auch nur am Nachnamen des Gitarristen liegen, der auf den Namen Tyler Arrowsmith hört. Ich vermute aber, dass es sich hier um ein Pseudonym handelt, oder doch um Eltern, die einen gewissen Humor bei der Namensgebung entwickelt haben.
Egal die Riffs sitzen, genau so wie die Stimme von Sänger James Bartholomew, die der von Herrn Plant sehr nahekommt. Man muss aber auch erwähnen, dass sich die Stimme auch sehr derer von Joshua Kiszka ähnelt. Kiszka ist Sänger der US-Band GRETA VAN FLEET, die ja auch schon seit geraumer Zeit den bleiernen Zeppelin wieder fliegen lässt. Große Parallelen hört man zwischen den beiden Band sind hörbar bei „The Getaway“ und dem Schlussakkord „The Rinsk“. Auch das Thema Ballade ist für JAYLER kein Problem und so liefern sie mit „Bittersweet“ einen Gänsehautmoment ab, der sich vor einem zeppelinschen „Thank You“ nicht zu verstecken braucht.
Durch und durch ist hier ein gut gelungenes Debut entstanden, dass sich eingefleischte ZEP-Fans, ohne groß reinzuhören ins Regal stellen können. JAYLER bittet aber auch eine schöne Alternative zu GREAT VAN FLEET, denen Kiszka zu sehr wie Kermit der Frosch quakt.
Wer sich gerne Live ein Bild der Band machen will, dem sei gesagt, dass JAYLER bei der aktuellen DEEP PURPLE Tour als Support fungiert, sprich man kann sie im Oktober in Wien auf der Bühne in Augenschein nehmen.
Tracklist „Voices Unheard“:
1. Intro
2. Down Below
3. Riverboat Queen
4. Need Your Love
5. The Getaway
6. Bittersweet
7. Hate to See it End
8. Over the Mountain
9. Alectrona
10. Lovemaker
11. The Rinsk
Gesamtspielzeit: 43:41
Band-Links:
