
Dissenter
(Metalcore | Alternative)
Label: Solid State Records
Format: (LP)
Release: 01.05.2026
Eingangs muss ich ja gestehen, dass die Zusage zum Review des ersten HASTE THE DAY Albums seit zehn Jahren ein Akt der Nostalgie war. So war mir deren Album „When Everything Falls“ aus 2005 durchaus noch ein Begriff als die Band im Fahrwasser von Kollegen wie FROM AUTUMN TO ASHES, IT DIES TODAY, UNDEROATH doch auch zu einer gewissen Bekanntheit gelangte. Dass der damalige Sänger, mit der doch sehr markanten Keifstimme, schon seit 2006 nicht mehr wirklich mit von der Partie bei den Christ-Metalcore Sextett aus Indiana ist, ging genauso an mir vorüber wie die weiteren Alben der Truppe.
Während die schon erwähnten UNDEROATH auf ihrem letzten Album „Place After This One“ eher zerfahren und orientierungslos unterwegs waren, bleiben HASTE THE DAY auf „Dissenter“ bei ihren Leisten. So gibt es solide melodische Metalcore Kost, mit dem obligatorischen Wechselspiel aus Gebrüll und melodischem cleanen Gesang, wie in der schon vorab veröffentlichten Single „Burn“.
Wohl um auch das derzeitige Metalcore Publikum zu erreichen holt man sich die ebenfalls mit christlichem Background hausieren gehenden SILENT PLANT für „Liminal“ an Board. „Gnasher“ geht dann gekonnt nach vorne ohne aber gänzlich auf Eingängigkeit zu verzichten. Bevor dann „Heretic“ das gute alte Zuckerbrot und Peitsche- Spiel ausreizt.
Mit „Adrift“ folgt dann ein Alternative Rock Song, der so ganz auf Gebrüll verzichtet. Den Abschluss bildet dann „Oblivion“ der wohl klassischste Song, der es schafft, alle Stärken (und auch Schwächen) in einem Song zu vereinen, um dann etwas cheesy in einem klassischen Streicherarrangement zu enden.
Am Ende das Tages schaffen aber HASTE THE DAY auf ihrem Quasi-Comeback Album „Dissenter“ wohl das Kunststück, dass sie sowohl ihre Fans (vorallem wohl jene die sie schon seit Mitte der 2000er begleiten) mit solidem aber auch unaufgeregtem Melodic Metalcore zufriedenstellen werden. Als auch das Kunststück hinbekommen modern genug zu klingen, dass man wohl auch eine neue Hörer*innenschaft hinzugewinnen könnte.
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Dissenter“:
1. Cycles
2. Shallows
3. Grave
4. Burn
5. Liminal (featuring SILENT PLANET)
6. Gnasher
7. Heretic
8. Escape
9. Adrift
10. Teeth
11. Oblivion
Gesamtspielzeit: 39:07
