LEE AARON - Elevate
LEE AARON
Elevate
(Rock)

 


Label: Metalville
Format: (LP)

Release: 25.11.2022


„Es ist nicht zu spät, neu zu erschaffen, lasst uns feiern, lasst uns erheben – LET’S ELEVATE!“Lee Aaron

LEE AARON strotzt scheinbar voller Energie nach ihrer Rückkehr 2016 und ihrer selbstaufgelegten Pause von 12 Jahren aus dem Musikbusiness. Bislang hat sie fünf Neuerscheinungen veröffentlicht, bei denen es Höhen und Tiefen gegeben hat. Das 2021er Album „Radio On!“ hatte den Härtegrad bereits im Titel angegeben. Lauwarm bis unnötig waren die darauf enthaltenen Songs. Das Weihnachtsalbum „Almost Christmas“, das ein Jahr zuvor unter der Tanne gelegen ist und mit Bonustracks auch 2021 wieder in den Läden stand, war stellenweise um einiges härter als der Nachfolger.

„Elevate“ lässt hoffen, dass sie LEE AARON selbst wieder in den Rockhimmel erhebt. Und der Opener „Rock Bottom Evolution“ zeichnet sich wirklich durch rockige Riffs, die bis zum Ende durchhalten und einer rauen Gesangsstimme aus. Eher gezügelt und mit etwas Country-Einschlag geht es bei „Trouble Maker“ weiter und „The Devil U Know“ eröffnet mit anständigen Gitarren, plätschert aber dann nur mehr so dahin, bis der Refrain ganz aus der Rolle fällt und wieder besser auf das radiotaugliche Album gepasst hätte. „Freak Show“ wiederum soll wohl der Partykracher auf dem Album sein. LITA FORD hätte dazumals vielleicht Erfolg gehabt, aber auch nur, wenn sie mehr die Gitarren eingesetzt hätte.

Die kürzlich verstorbene OLIVIA NEWTON JOHN hätte mit „Heaven’s Where We Are“ noch einen späten Hit erzielen können und HEART würde „Still Alive“ gut zu Gesicht stehen. Den Track „Highway Rome“ hat die Band scheinbar bei ihrer Landesgenossin AVRIL LAVIGNE in der Schublade gefunden und mitgenommen. Passt irgendwie gar nicht zur Metal Queen. Bevor es mit „Spitfire Women“ (inspiriert durch eine wahre mörderische Geschichte aus Nashville)  noch mal so richtig bluesig wird, drückt „Red Dress“ auf die sentimentale Drüse.

Wie schon auf dem Vorgängeralbum beim Song „Twenty One“ hängt Karen Lynn (bürgerlicher Name) den Zeiten in den 80ern nach. Sie macht ihrem damaligen Freund, der scheinbar heute ihr Ehemann ist, mit dieser gelungenen Ballade eine Liebeserklärung (wenn ich es richtig interpretiert habe). Der Rausschmeißer und zugleich Titelsong startet dann mit verheißungsvoller atmosphärischer Stimme, aber leider nur 30 Sekunden, dann gibt’s leider eher poppige Streicheleinheiten, die aber zum Ende hin wieder härter werden.

Auch auf „Elevate“ gibt es wieder ein Auf und Ab, aber gegenüber „Radio On!“ sind hier der Großteil der Songs brauchbar. Der Weg geht wieder mehr vom radiotauglichen Pop, hin zu weiblichen angeführten Rock a la LITA FORD oder HEART. Das ist ja nicht das schlechteste, und damit kann man auch leben, denn ich befürchte, dass die Rückkehr zur Metal Queen in diesem Leben nicht mehr erfolgen wird.


Tracklist „Elevate“:
1. Rock Bottom Revolution
2. Trouble Maker
3. The Devil U Know
4. Freak Show
5. Heaven’s Where We Are
6. Still Alive
7. Highway Rome
8. Red Dress
9. Spitfire Woman
10. Elevate
Gesamtspielzeit: 42:51

 


Band-Links:

elevate

 


LEE AARON - Elevate
LEE AARON – Elevate
LineUp:
Lee Aaron - lead vocals
Sean Kelly - guitars
Dave Reimer - bass
John Cody - drums
Gastmusiker:
Karen Berg (Violine auf “Spitfire Woman)
6.5
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