Nova Rock 2026: BRING ME THE HORIZON, PAPA ROACH, MALEVOLENCE, ARCHITECTS, DRAIN, THREE DAYS GRACE, HOLLYWOOD UNDEAD, P.O.D., VOILÁ @ Pannonia Fields, Nickelsdorf (14.06.2026)

NOVA ROCK 2026


So schnell kann es gehen und da war der vierte und letzte Tag des unglaublich abwechslungsreichen und ebenso erlebnisreichen Nova Rock 2026 vorbei und man wusste schon 2027 kann kommen, denn mit DIE ÄRZTE, MOTIONLESS IN WHITE und THE BUTCHER SISTERS wurden am Festival vorab schon drei Granaten für das kommende Jahr bekannt gegeben. Aber zuvor stürzte man sich in diesem Jahr noch ein letztes Mal in das Getümmel.


Da ich selbst das Festival etwas früher verließ, begab ich mich doch schon recht früh auf das Innfield, auf dem die Red Stage nicht mehr bespielt und demnach auch schon etwas abgebaut wurde.

Dafür ging es kurz nach Mittag mit den Herren von VOILÀ, ein Duo aus den Staaten, das sich auf der Thornton School Of Music kennenlernte und demnach – auch hörbar – eine echte Vollblut Band darstellt. Die beiden Herren, namentlich Luke Eissner und Gus Ross, die live von einem motivierten Drummer unterstützt wurden, ließen nichts anbrennen, wirkten zwar optisch etwas deplatziert am Nova Rock, wussten die Besucher*innen aber bestens und wuchtvoll zu unterhalten. Mit doch rockigeren und gitarrenlastigerem Sound, als auf Platte, lieferten sie einen energischen und motivierten Mix aus Pop, Electro, Alternative, Rock und Post-Punk. Kein Song glich dem anderen, doch alle trafen ins Schwarze. Die Herren zeigten sich begeistert und führten gekonnt und hochprofessionell durch das Set. Der auf Streaming-Plattformen erfolgreichste Song „Figure You Out“ mag ein paar JUSTN BIBER Vibes haben, doch das Ding ging ins Ohr und voll auf. Gus hat ein enormes Gefühl in seiner Stimme, während Luke an der Gitarre für Druck und Bewegung, sowie gute Laune sorgte, grinste der Herre doch ständig bis über beiden Ohren. Mehr Rock erzeugte das eindringliche „Therapy“ und „I Hope It’s Fatal“ ist eine Nummer, die für genau solche Festivals und das Stadion geschrieben wurde.

Kurzum, eine Band, die man im Auge behalten sollte, sofern man offen für einen eingängigen, tiefgründigen und interessanten Sound ist. Auch wenn, wegen der plötzlich überaus genauen Kontrollen am Innfield-Eingang viele Leute einfach nicht rechtzeitig rein konnten, so werden mir die Anwesenden Recht geben, dass wir dieses Duo bald wieder am Nova Rock begrüßen sollten.

Es folgte ein Legende, die nun schon seit 32 Jahren Erfolge feiert. Zwar meinten manche Freunde: „Was, die gibt es noch?“. Und ja, wie es P.O.D. (PLAYABLE ON DEATH) noch gibt! Klar, irgendwie absurd eine Nu Metal Band heute als Legende zu bezeichnen oder daran zu denken, dass sie schon seit über drei Dekaden agieren. Doch Paul „Sonny“ Sandoval und seine Jungs aus dem sonnigen Kalifornien fühlten sich in der sengenden Hitze am Nova sichtlich wohl und präsentierten ein tightes und Highlightreiches Set mit Klassikern wie dem Partykracher „Boom“, bei dem sofort Bewegung in die Massen kam, dem eindringlichen Mitsing-Überhit „Youth Of The Nation“, „Satellite“ oder „Alive“, welches das Set würdig beendete. Alles Songs, die einfach nicht im Set fehlen dürfen und auch schon mehrere hunderte Mal gespielt wurden. Abnutzungserscheinungen waren nicht zu spüren und auch die Band hat heute noch eine riesen Freude daran.

Dazwischen passierte bei P.O.D. aber auch noch so einiges, hat man doch weitere HIts und auch ein recht neues Album am Start. Schon „Drop“ zeigte, dass die Herren ihren Sound mühelos ins Hier und Jetzt transportieren konnten, aber vor allem die neue Gäsenhaut-Powerballade „Afraid To Die“ ging gewaltig unter die Haut und mit dem BEATLES Cover „Don’t Let Me Down“ sorgte man für eine willkommene Überraschung und Abwechslung. Sonny und seine Jungs sind sympathisch, am Boden geblieben, fannah und vor allem unglaublich dankbar für jeden Einzelnen ihrer Anhänger. Und die wurden an diesem Tag sicher noch zahlreicher.
[Max]

Setlist P.O.D:
Boom
Rock The Party
Murdered Love
Drop
I Got That
Don’t Let Me Down (BEATLES)
Satellite
I Won’t Bow Down
Youth Of The Nation
Afraid To Die
Alive

Man darf mich für verrückt halten bei dem LineUp, aber HOLLYWOOD UNDEAD waren einer meiner Hauptgründe für das Festival. Ist aber schnell erklärt, viele der alten Legenden habe ich einfach schon zahlreiche Male gesehen und die verrückten Jungs aus den Staaten erst vor zwei Jahren, exakt hier auf dem Nova Rock und der dazugehörigen Blue Stage für mich so ganz entdeckt.

Als die Truppe damals auf die Bühne kam, fuhr einfach eine Stunde lang der Partyzug durch. Und der hatte nun zwei Jahre später noch ein paar mehr Kohlen in den Motor geschaufelt. Schon ging es los mit fetten Synthies und dickem Bass bei „Undead“. Der Titel wurde lautstark skandiert und schon rockte man gewaltig los. Der Mix aus alternativem Metal, Rock, etwas Punk und Rap-Einlagen zündete sofort. Die Herren fegten über die Bühne und schon staubte es vor der Stage, die Leute gingen trotz schweißtreibender Hitze sofort ab, ließen sich auf Schultern hieven und surften über die Crowd, als gäbe es kein Morgen. Daniel Murilo, J-Dog, Johnny 5 Tears, Charlie Scene und Danny Alvarez haben nämlich eine Geheimwaffe! Alle singen, rappen und wechseln sich an den Instrumenten ab. Das ergibt eine unglaubliche Dynamik, sowohl musikalisch als auch auf der Bühne und so ging es ständig und abwechslungreich rund. Die drückende Rap meets SLAYER-Riffs Nummer, die zudem noch mit eingängigem Refrain glänzt, „1x“ zündete sofort, obwohl sie erst kürzlich veröffentlicht wurde. Auch mit „Savior“ wurde eine nagelneue, sehr metallische Nummer kredenzt. Dennoch ging die Stimmung noch weiter in die Höhe mit den aggressiven Hits „Chaos“ und „Riot“, die alle Elemente mitbringen, die Band ausmachen. Mitsingparts, wuchtige Raps, fette Riffs, Electro-Beats, tiefgründige Messages, aber auch genug Party-Stimmung. Man nehme das unglaubliche „Bullett“. Beschwingter Text, lockere Atmosphäre, doch es geht um kaputte Leben, Suizid und Schicksalsschläge. Und dann endet der Song noch mit von einem kleinen Mädchen gesungenen Worten: „I wish that I could fly, way up in the sky, like a bird so high, oh I might just try….“ Doch mangels einem Kleinkind, wurde das Micro kurzerhand ins Publikum geworfen und eine Dame aus dem Publikum übernahm souverän.

Apropos Party. Auch auf der Bühne wurde immer wieder gefeiert und sich gegenseitig verarscht. Vor allem bekam Charly Scene sein Fett wieder weg, zeige er ja immer wieder seinen Wienee, doch heute nicht, denn es war dem kleinen Charly angeblich zu kalt und schon ging es los mit der Celtic-Rock Fun Nummer „Everywhere I Go“ und schon waren sie auch leider wieder gegangen. Wow, wie die Zeit verging, doch diese Stunde blieb verdammt nochmal in der Erinnerung und verlangt nach Wiederholung.
[Max]

Setlist HOLLYWOOD UNDEAD:
Undead
1×1
Chaos
Riot
Comin‘ In Hot
Savior
Another Way Out
Sweet Caroline (NEIL DIAMOND)
Bullet
Everywhere I Go

Der vierte und letzte Tag am Nova Rock begann für mich an der Blue Stage mit THREE DAYS GRACE. Die kanadische Rockband zählt seit Jahrzehnten zu den festen Größen des Alternative Rock und konnte auch beim Nova Rock im Burgendland auf eine treue Fangemeinde bauen. Bereits mit „Dominate“ vom aktuellen Album „Alienation“ zeigte die Band, dass sie trotz ihrer langen Karriere noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Besonders gespannt war ich auf die aktuelle Besetzung mit Adam Gontier und Matt Walst. Das Dual-Vocal Konzept funktionierte live überraschend gut.

Bereits beim zweiten Song „Animal I Have Become“ war die Energie im Publikum freigesetzt und es wurde lautstark mitgesungen. Natürlich war spätestens bei „I Hate Everything About You“, welches bereits in der Mitte des Sets angesiedelt war, kein Halten mehr und der Platz vor der Blue Stage verwandelte sich in einen riesen Chor. Mit weiteren Klassikern wie „Never Too Late“, „Painkiller“ oder dem abschließenden „Riot“ lieferten THREE DAYS GRACE genau jene Hits ab, auf die viele Fans gewartet hatten. Eine routinierte und zugleich überzeugende Performance.

Noch vor Ende des Sets zog es uns allerdings bereits zur Red Bull Stage, wo DRAIN auf ihren Auftritt warteten.
[Daniela]

Setlist THREE DAYS GRACE
Dominate
Animal I Have Become
So Called Life
Break
I Am Machine
Mayday
I Hate Everything About You
The Good Life
Painkiller
Never Too Late
Riot 

Für kompromisslosen Vorwärtsdrang sorgten anschließend DRAIN aus Kalifornien. Die US-Amerikaner zählen für mich nach diesem Set definitiv zu den spannendsten Live-Acts der Hardcore-Szene. Kaum eine andere Band an diesem Wochenende sorgte für derart viel Bewegung im Publikum. Der Pit war praktisch durchgehend aktiv und selbst die sengende Hitze sowie die mittlerweile allgegenwärtigen Staubwolken konnten niemanden bremsen.

Frontmann Sammy Ciaramitaro erwies sich auch als perfekter Entertainer. Mit seiner enormen Energie und seinen Interaktionen mit dem Publikum motivierte er die Menge immer wieder, noch einmal alles aus sich herauszuholen.
Songs wie „Feel The Pressure“, „Loudest In The Room“ oder auch als Abschluss „California Cursed“ funktionieren live auch einfach unglaublich gut.

Kurz gesagt: DRAIN lieferten eine Hardcore-Show, die zwar keinerlei Überraschungen bot, dafür aber von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur Spaß machte.

Setlist DRAIN
Feel The Pressure
Nights Like These
Stealing Happiness From Tomorrow
FTS (KYS)
Who’s Having Fun?
Loudest In The Room
Good Good Things
Army Of One
Sick One
Intermission
California Cursed

Anschließend führte uns der Weg wieder zurück zur Blue Stage, wo sich bereits zahlreiche Besucher*innen für ARCHITECTS versammelt hatten. Wobei nicht ganz klar war, wie viele tatsächlich wegen ARCHITECTS gekommen waren und wie viele bereits ihre Plätze für den späteren Headliner BRING ME THE HORIZON sichern wollten. ARCHITECTS ließen daran allerdings dann keine Zweifel aufkommen. Die Band aus Brighton präsentierte sich in absoluter Topform und unterstrich eindrucksvoll ihren Status als eine der wichtigsten Live-Acts aktuell in der modernen Metalcore Szene.

Frontmann Sam Carter, definitiv ein charismatischer Sänger, nahm sich zwischen den Songs immer wieder Zeit für persönliche Ansagen und suchte aktiv den Kontakt zum Publikum. Musikalisch lag der Schwerpunkt erwartungsgemäß auf dem aktuellen Album „The Sky, The Earth And All Between“. Die neuen Songs fügten sich nahtlos zwischen die etablierten Klassiker ein. Eine der größten Stärken von ARCHITECTS zeigt sich definitiv dann, wenn Härte, Melodie und Emotion perfekt ineinandergreifen. „Whiplash“ (live eine absolute Wucht!), „When We Were Young“ oder auch „Animals“ sind die stärksten Beispiele dafür. Vor der Bühne wurde durchgehend gecrowdsurft, was mich relativ beschäftigt in den vorderen Reihen hielt, aber auch nie endend wollende Moshpits trugen zur perfekten Atmosphäre bei.

Bei aller Aufmerksamkeit für das aktuelle Material zeigte sich gleichzeitig, wie stark auch die älteren Songs gealtert sind. „Doomsday“ war live ein absoluter Banger direkt gefolgt von „Black Lungs“ und „Impermanence“. Für mich persönlich gehörte ARCHITECTS zu den absoluten Highlights des gesamten Festivals. Nachdem ich die Band im vergangenen Jahr seit „The Sky, The Earth And All Between“ leider nie live erwischen konnte, war die Vorfreude entsprechend groß und alle Erwartungen wurden erfüllt.
[Daniela]

Setlist ARCHITECTS
Elegy
Whiplash
Doomsday
Black Lungs
Blackhole
Impermanence
Curse
Broken Mirror
Brain Dead
When We Were Young
Everything Ends
Seeing Red
Animals

Auf dem Weg zur nächsten Bühne lauschten wir noch kurz PAPA ROACH, aber dazu mehr von Kollege Florian.

Wie bereits in meinem Bericht vom Donnerstag erwähnt, waren PAPA ROACH im Jahr 2007 die erste Band, die ich überhaupt beim Nova Rock gesehen habe. Als ich sieben Jahre zuvor zum ersten Mal durch das Video zu „Last Resort“ auf MTV auf die Band aufmerksam wurde, prophezeite ich der Band eine große Zukunft. PAPA ROACH jedoch auf diese eine Single zu reduzieren, würde ihnen keineswegs gerecht werden. Dennoch ist das Album „Infest“ bis heute ein zentraler Bestandteil der Setlist und unterstreicht eindrucksvoll die Langlebigkeit ihres Debüts.

Die Band rund um Jacoby Shaddix hat es seit jeher verstanden, musikalisch am Puls der Zeit zu bleiben – und das, ohne anbiedernd zu wirken. Ein Off-Kommentar eines Festivalbesuchers lautete: „Was, PAPA ROACH gibt es immer noch?“ Eine Aussage, die zeigt, wie sehr sich die Band über die Jahre weiterentwickelt hat. Spätestens heute haben PAPA ROACH bei der neuen Festivalgeneration definitiv das Zeug zum Headliner.

PAPA ROACH funktionieren live einfach immer. Vor allem Frontmann Jacoby Shaddix präsentierte sich selbstreflektiert und geläutert. In seinen persönlichen Ansagen sprach er offen darüber, dass er dunkle Zeiten mit Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Pornosucht überwinden musste, um heute stärker und präsenter denn je zu sein. Diese Botschaft spiegelte sich auch in Songs wie „Kill The Noise“ und „Scars“ eindrucksvoll wider.

Selbst wer PAPA ROACH längere Zeit nicht gehört hat, kennt Refrains wie jenen von „Getting Away With Murder“, der von tausenden Fans lautstark mitgesungen wurde. Die Stimmung war durchgehend großartig – nicht zuletzt dank der riesigen Videowalls, eindrucksvoller Pyrofontänen und massiver CO₂-Salven. Für zusätzliche Sympathiepunkte sorgten die Gastauftritte von Jacoby Shaddix‘ Söhnen: Jagger Shaddix (21) unterstützte seinen Vater bei „See U In Hell“, während Brixton Shaddix (12!) bei „Braindead“ ans Mikrofon durfte.

Zwischendurch zollte die Band ihrer Heimat Kalifornien mit dem 2PAC-Cover „California Love“ Tribut. Zum Finale packten PAPA ROACH schließlich die „Nu Metal Time Machine“ aus – ein Medley mit Snippets von „Blind“ von KORN, „My Own Summer“ von DEFTONES, „Break Stuff“ von LIMP BIZKIT und „Chop Suey!“ von SYSTEM OF A DOWN. Mit „Last Resort“ beendeten PAPA ROACH schließlich ein Konzert, das für mich zu den absoluten Highlights des diesjährigen Nova Rock Festivals zählt.
[Florian]

Setlist PAPA ROACH:
Even If It Kills Me
Blood Brothers
Dead Cell
…To Be Loved
Kill the Noise
Getting Away With Murder
See U in Hell (mit Jagger Shaddix)
California Love (2Pac-Cover)
Liar
Falling Apart
Scars
BRAINDEAD (mit Brixton Shaddix)
Help
Born for Greatness
Between Angels and Insects
Blind / My Own Summer (Shove It) / Break Stuff / Chop Suey (Nu Metal Time Machine Medley)
Last Resort

Auf der Red Bull Stage warteten MALEVOLENCE aus Sheffield. Die 2010 gegründete Band verbindet Metalcore, Hardcore und Groove Metal zu einem Sound, der vor allem von massiven Riffs und einer enormen Wucht lebt. Von der ersten Minute an drückten MALEVOLENCE kompromisslos nach vorne. Schnörkel oder große Showelemente suchte man vergeblich. Einflüsse von Bands wie PANTERA, HATEBREED oder CROWBAR sind dabei unverkennbar. Trotzdem bleibt ihre Musik sicherlich Geschmackssache. Vor allem die Beatdown Hardcore Einflüsse wirken stellenweise etwas generisch und nicht jede*r wird mit dem Wechselspiel aus brachialen Parts und den halb melodischen Gesangslinien warm werden. Letztere erinnern mich stellenweise auffallend stark an FIVE FINGER DEATCH PUNCH, insbesondere bei Songs wie „If It’s All The Same To You“. Ein Vergleich, den ich seitdem kaum noch ausblenden kann.

Unabhängig davon lieferten MALEVOLENCE eine intensive und kompromisslose Show ab, die vor allem Fans der Band sicherlich auf ihre Kosten kommen ließ.

Der Abschluss des Festivals gehörte schließlich BRING ME THE HORIZON. Wohl kein anderer Auftritt wurde mit ähnlich großer Spannung von vielen erwartet. Bereits lange vor Beginn füllte sich das Gelände vor der Blue Stage. Die Vorfreude wurde zusätzlich durch das aufwendig inszenierte Intro angeheizt. Auf den Leinwänden erschien das Hauptmenü eines fiktiven Videospiels inklusive zahlreicher Easter Eggs, Animationen im Stil klassischer Nintendo 64 Spiele und Anspielungen auf frühere Veröffentlichungen der Band. Damit stand also schon vor dem ersten Song fest: das wird eine vollständige durchprogrammierte Produktion.

Musikalisch ließen BRING ME THE HORIZON kaum Wünsche offen. Mit „Darkside“, „The House Of Wolves“, „Mantra“ und „Happy Song“ starteten die Briten äußerst druckvoll in ihr Set. Später folgten noch Publikumslieblinge wie „Teardrops“ oder ältere Schmankerl wie „Shadow Moses“ und natürlich „Can You Feel My Heart“. Besonders beeindruckend war allerdings die technische Umsetzung der Show. Immer wieder wurden Zuschauer*innen live auf den großen Bildschirmen eingeblendet und mittels KI-Effekten in die virtuelle Welt der Produktion integriert. Auch die perfekt abgestimmten Bewegungen der Bandmitglieder zeigten, wie detailliert diese Show mittlerweile geplant und umgesetzt wird.

Genau hier liegt allerdings auch ein kleiner Kritikpunkt. So spektakulär die gesamte Inszenierung auch wirkt, vieles erscheint etwas zu perfekt und gestaged. Manche Momente fühlen sich demnach weniger spontan als vielmehr exakt durchgeplant an. Ob Oliver Sykes durch die erste Reihe läuft und dabei die Kamera für die Übertragung auf die Videowalls in der Hand hält oder einzelne Bewegungen perfekt sitzen um mittels Live-KI cineastisch auf die Leinwände projiziert zu werden – vieles folgt einem klaren Drehbuch.

Hinzu kommt, dass sich die Show in den vergangenen Jahren nur minimal verändert hat. Bereits 2024 präsentierten BRING ME THE HORIZON nahezu dieselbe Produktion auf dem Nova Rock. Natürlich ist nachvollziehbar, dass eine derart aufwendige Inszenierung nicht jedes Jahr komplett neu entwickelt werden kann. Dennoch hätte man sich an einigen Stellen neue Impulse oder zumindest einzelne Überraschungen in der Setlist gewünscht. Vor allem wenn man beachtet, dass bald das neue Remaster von „Count Your Blessings“ erscheint, ist es doch eher enttäuschend, dass es nicht ein einziger Song des Albums in die Setlist geschafft hat.

Bei „Antivist“ wird nach wie vor ein Fan auf die Bühne geholt. Diesmal durfte Vlad aus der Ukraine den Song gemeinsam mit Oliver Sykes performen. Das Experiment funktionierte allerdings diesmal nicht ganz reibungslos, da Vlad die Lyrics nicht ganz draufhatte. War trotzdem sehr nett.

Auffällig war definitiv die schiere Anzahl an Moshpits. Kaum eine andere Band an diesem Wochenende brachte die Menge derart konstant in Bewegung. Mit „Drown“ und „Throne“ endete schließlich das Set. Eine nachvollziehbare, wenn auch nicht ganz unumstrittene Entscheidung. Beide Songs zählen zweifellos zu den Top Hits der Band, wirken aber als Abschluss eines derart energiegeladenen Konzerts etwas weniger explosiv als manch andere Optionen.

Dennoch muss ich festhalten: BRING ME THE HORIZON lieferten eine spekatkuläre Headliner-Show ab, die technisch und visuell zu den beeindruckendsten Produktionen gehört, die ich je erlebt habe. Auch wenn meine sehr hohen Erwartungen nicht in allen Punkten vollständig erfüllt wurden, insbesondere was die Setlist betrifft, war dies ohne Zweifel einer der größten, spannendsten und aufwendigsten Auftritte des gesamten Nova Rock 2026.

Auf dem Weg zum Parkplatz sorgte schließlich noch das traditionelle Abschlussfeuerwerk für einen würdigen Schlusspunkt. Während die letzten Feuerwerkskörper den Himmel über den Pannonia Fields erleuchteten, kam die Realität zurück: vier intensive Festivaltage waren bereits wieder vorbei.
[Daniela]

Setlist BRING ME THE HORIZON
Darkside
The House Of Wolves
Mantra
Happy Song
Teardrops
Amen!
Kool-Aid
Shadow Moses
Kingslayer
Antivist (Vlad Fan)
Follow You (leise mit Publikum)
Can You Feel My Heart
Doomed
Drown
Throne


Das Nova Rock 2026 bot einmal mehr alles, was dieses Festival seit Jahren auszeichnet: brütende Hitze, Regenschauer, staubige Kleidung und Schuhe, unzählige emotionale Momente, Highlights und vor allem großartige Live-Musik. Von Hardcore über Punk, Metalcore bis hin zu Rocklegenden und spannenden Headlinern spannte sich ein beeindruckender musikalischer Bogen. Nach vier Tagen voller Begegnungen, Lieblingssongs und unvergesslicher Konzerte fiel der Abschied zwar schwer, die Vorfreude auf das nächste Wiedersehen in Nickelsdorf ist dafür umso größer.

Autor*innen: Daniela Krebelder, Florian Rosenberger, Max Wollersberger
Fotos: Anthony Seidl


Nova Rock Online:
Nova Rock 2026 - Donnerstag

 

 

 

 


Share on: