
Ich habe die französische Mathcore Truppe THE PRESTIGE, vor einigen Jahren gemeinsam mit TUSKY und den leider auch schon lange verblichenen BLACK PEAKS in der Arena Wien gesehen, und deren wuchtige Performance irgendwo zwischen NORMA JEAN, THE CHARIOT und THE DILLINGER ESCAPE PLAN hat sich durchaus ins Gedächtnis gebrannt.
Eigentlich dachte ich, die Band hat sich aufgelöst, denn auch ihr letztes reguläres Album „Amer“ ist 2015 erschienen und hat somit schon einige Jahre am Buckel. Umso größer die Überraschung und Freude, dass THE PRESTIGE mit „Isthmos“ ein neues Album am Start haben. Und die Band ist in dieser Zeit nicht nur ihr Gespür für ein gekonntes Laut/Leise Spiel nicht abhanden gekommen, im Gegenteil.
Dem nun vorherrheschenden Post Hardcore werden Anleihen aus dem Post Metal (CULT OF LUNA lassen grüßen), Shoegaze oder auch sattem Sludge hinzugefügt. Schon das verhalten, verträumte eröffnende Intro „Léthé“ offenbart diese neuen ruhigeren Töne. Wobei die Ausbrüche im nachfolgenden „Debris“ durchaus an den gnadenlosen Rundumschlag „Amer“ aber auch gleichsam (vor allem auch ob der Gesangslinien von Alex Diaz) an die DEFTONES gemahnen. Während dann „Rose Du Désert“ und „The Ascend“ mit langsamem Aufbau hin zu einem Ausbruch bzw. einem cleanen Chorus glänzen, wird dann auf „Noire Nuit“ wieder ohne Umschweife kompromisslos gewütet. Auch „Sunborn“ vermengt dann ganz im Geiste der späten EVERY TIME I DIE gekonnt Mathcore mit einer satten Portion Melodie und bildet so einen der knackigen Höhepunkte auf „Isthmos“
Das abschließende „Sacrifice“ kommt dann mit ordentlicher Sludge-Kruste aus den Boxen, ein Sound, der den aktuellen THE PRESTIGE ebenfalls gut zu Gesicht steht. „Isthmos“ ist eine runde, aber auch deutlich reifer und nachdenklichere Platte geworden, die aber dennoch ordentlich wüten kann. Hoffentlich lassen die Franzosen nicht wieder mehr als zehn Jahre bis zum nächsten Album vergehen.
Autor*in: David Zuser
Tracklist „Isthmos“:
1. Léthé
2. Debris
3. Father Of None
4. Rose Du Désert
5. The Ascend
6. Noire Nuit
7. Sunborn
8. Sacrifice
Gesamtspielzeit: 40:37
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